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Planung ist nicht gleich Planung. Vermutlich haben Sie auch schon erlebt, dass geplante Aktivitäten anders realisiert werden als angedacht und es trotzdem funktioniert? Gute Planung ist, wenn nicht jede kleine oder grosse Veränderung gleich das ganze Konzept aus der Bahn schmeisst. Bei MyCle haben wir das berücksichtigt. Wie? Mit Ereigniskarten.

Sie finden in der Geschäftsentwicklungsbox neben den allgemeinen Hilfsmitteln zu unterschiedlichen Themen Ereigniskarten. Idealerweise zieht man im Verlaufe des Entwicklungsprozesses immer wieder eine Ereigniskarte und fragt sich, welche Auswirkung dieses Ereignis auf meine aktuellen Einschätzungen, Gedanken oder Aktivitäten hat. Die Ereignisse sind nach Themen gegliedert, wie z.B. Personal, Image, Lebenszyklus Produkte usw. An zwei Beispielen möchte ich das erläutern.

Ereigniskarte Lebenszyklus Produkte

Stellen Sie sich folgendes vor: Sie haben den technologischen Fortschritt verschlafen und müssen mit Ihren bestehenden Produkten aktuell Umsatzeinbussen im Markt hinnehmen. Nach 6 Monaten bricht der Umsatz um 30 % und nach 12 Monaten sogar um 50% ein. Nach 24 Montan können Sie das Produkt gar nicht mehr absetzen!

EreigniskarteDie Karte beschreibt ein Ereignis, dass sich auf verschiedene Situationen übertragen lässt. Ein Verein verliert zusehends Mitglieder. Dienstleistungen, wie ein Video-Verleih werden von neuen Formen, wie dem Streaming überflüssig.

Es stellt sich die Frage: Welche Auswirkungen hätte die Entwicklung auf Ihr Unternehmen, Ihre Organisation oder Ihren Geschäftsbereich?

Wenn die Antwort ist: „Keine Ahnung, das wäre ein Fiasko“, dann wissen Sie, Ihnen fehlt noch etwas. Wie erkennen Sie zukünftig kontinuierlich neue Geschäftschancen? Wie können Sie ein sogenanntes „Klumpenrisiko“ geschickt auffangen.

Häufig reicht es aus, sich selbst zu bestätigen, dass man mit dieser Situation rechnet und man dann schon weiss, wie damit umzugehen ist. Sie sagen, dass stimmt nicht? Doch, das machen wir im Alltag häufig.

Hier ein Beispiel dazu: Sie möchten in ein spezielles Geschäft. Als Sie ankommen, hat das Geschäft ausgerechnet heute wegen Inventur geschlossen. In der Geschäftswelt würden Sie sagen: Die Planung hat versagt! In der Realität gehen wir jedoch her und fangen an, Alternativen zu prüfen und selektiv zu entscheiden, was zu tun ist. Eine andere Filiale suchen? Zu einem Konkurrenzladen gehen? Im Online-Shop nachschauen? Einen Freund anrufen und um Hilfe bitten? Oder uns angewöhnen, in wichtigen Situationen vorher zu schauen. Es wird eine Lösung geben! Dieses Selbstvertrauen und diese Eigenorganisation beherrschen wir im Alltag. Warum nicht auch im geschäftlichen Umfeld? Ja, Sie können das. Probieren Sie es aus.

Und so kommen wir zur zweiten Antwortvariante: „Heute weiss ich die Lösung noch nicht. Aber ich werde eine Lösung haben, wenn es soweit ist. Im Übrigen arbeiten wir kontinuierlich daran, weitere Geschäftschancen zu identifizieren und uns weiterzuentwickeln. Daher wird der Schaden nicht so gross sein.“

Sie merken es? In dieser Antwort steckt viel Selbstvertrauen und auch eine Zukunftsperspektive nach dem Motto: Wir werden das schaffen! Wahrscheinlich haben Sie das in der Vergangenheit schon bewiesen, jedoch vergessen.

Auch wir kennen so ein Beispiel. Bei einer Sägerei, die schon 150 Jahre bestand, brechen die Umsätze drastisch ein. Das hatte sowohl technologische wie auch globale Gründe. Weil man die vergangenen Jahre schon so gearbeitet hatte wie bisher, wurde dies als „wir könne ja sowieso nichts tun“ hingenommen. Das war natürlich der falsche Ansatz. In einem kurzen Gespräche haben das die Eigentümerfamilien auch erkannt. Denn ausserhalb von dem Kerngeschäft haben Sie neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt. Und das mit Begeisterung und viel Einsatz. Nur im traditionellen Stammgeschäft haben Sie das vollständig ausser Acht gelassen – bis zu diesem Zeitpunkt. Wir konnten Ihnen wieder Selbstvertrauen vermitteln und dadurch auch aufzeigen, dass Sie es eigentlich selbst schon können. Sie haben es nur nicht selbst erkannt.

Ereigniskarte Lebenszyklus Personal

Stellen Sie sich vor, in der absatzstärksten Saison vom Jahr werden die Mitarbeitenden von einer Grippewelle „überfallen“. Die Folgen sind, Personalengpass, Lieferschwierigkeiten und Umsatzeinbussen von >10%!

Und jetzt? Welche Auswirkung hat solch eine Entwicklung auf Ihre Aktivitäten? Ist die Überlebensfähigkeit des Unternehmens bedroht? Können Mitarbeitende aus anderen Bereichen einspringen? Haben Sie Partnerunternehmen, die aushelfen können? Sind Sie Teil eines Unternehmernetzwerks, in dem man sich aushilft? Haben Sie einen Notfallplan für solche Situationen erstellt? Müssen Sie etwas unternehmen?

Mit derartigen Fragen überprüfen wir die Robustheit Ihres Konzepts. Klar ist, nicht jedes denkbare Ereignis hat eine hohe Bedeutung oder ist für Ihr Geschäft relevant. Sie werden intuitiv erkennen, was wichtig ist und wo Handlungsbedarf besteht.

Genau darum geht es bei den Ereigniskarten. Sie lernen das Wichtige und Dringliche von Unwichtigem und nicht Dringendem zu trennen. Sie machen sich selbst bewusst und selbstbewusst klar, was nötig ist.

Es könnte beispielweise sein, dass Sie sehr lokal aktiv sind. Ihre Kunden stammen aus der Region. Wenn Sie von einer Grippewelle erwischt werden, werden das Ihre Kunden wahrscheinlich auch. Braucht es dann überhaupt Massnahmen? Für Apotheken sicherlich. Für Weinhändler eher weniger. Bei einem überregionalen oder globalen Geschäft sieht dies wieder anders aus.

Indem Sie sich damit auseinandergesetzen, schaffen Sie Klarheit und stärken Ihr Selbstbewusstsein und die Eigenkompetenz. Darum geht es!

Fazit

Ereigniskarten sind Ihr persönlicher Coach und Perspektivenwechsler. Planen heisst nichts anderes, als in die Zukunft zu denken und sich gleichzeitig die Flexibilität zu erhalten. So entwickeln Sie Aktivitäten, die umsetzbar sind und längerfristig Bedeutung haben. Sie stärken Ihr Selbstvertrauen und bauen neue Entscheidungskompetenz auf.

 

Über den Autor

Dr. Michael Hartschen ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens, Innovationsfachmann und Querdenker.

Als gelernter Maschinenbau-Ingenieur hat er sich der Innovation und der Einfachheit verschrieben – eine Qualität, die einem Do-it-Yourself-Ansatz mehr als zuträglich ist.

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