5 Tipps die zwangsläufige Unterlegenheit von Online-Trainings und –Workshops zu untermauern
Einer muss es tun, jetzt wo alle plötzlich auf dem digitalen Trip sind. Einer muss diejenigen unterstützen, die ihre sorgfältig aufgebaute und lang gepflegte Haltung zu bewahren suchen. Denn eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: digitale Live-Workshops und –Trainings sind Müll. Aber irgend so ein dahergelaufener und selbsternannter Experte wie ich kann viel behaupten. Am besten überzeugen sie sich selbst. Meine 5 Tipps haben das Ziel, Ihnen die Erfahrungen zu verschaffen, die Sie in Ihrer Überzeugung bestärken.
1. Lesen Sie drei der zahllosen „5 Tipps für dein Online-Seminar“-Artikel.
In einem ersten Schritt empfehle ich die Lektüre von mindestens drei der inzwischen zahllosen Artikel mit den vorzugsweise ungeraden Zahlen in der Überschrift. Ich habe von 3 bis 33 so ziemlich alles gefunden.
Im Einzelnen wissen Sie sicher den Hinweis zu schätzen, es lohne sich, die Anzahl der Moderatoren im Vorfeld festzulegen. In meinen Augen stach vor allem ein Ratschlag hervor: die Idee, pünktlich zu beginnen und den Konferenzraum frühzeitig zu öffnen. Mehr als drei Artikel lohnen sich allerdings nicht. Es wiederholt sich halt einiges.
2. Kämpfen sie sich durch die Technik.
Ein anderer Weg, die eigenen Überzeugungen sicher zu bewahren, ist eine ausgiebige und tiefgreifende Auseinandersetzung mit der Technik. Insbesondere technische Laien werden sich ob der Vielzahl der Funktionalitäten und der phantastischen Kompliziertheit einschlägiger Systeme vor Begeisterung kaum halten können. Besonders zu empfehlen ist eine Kombination der verschiedenen Tools, wenn etwa das Video-System mit einem Whiteboard gekoppelt, ein Beleuchtungssystem mit externer Kamera einen gut ins Bild setzen und ein Profi-Mikrophon mit zugehörigem Audio-System und schallschluckender Peripherie quasi als Königsdisziplin gekoppelt werden.
In diesem Zusammenhang halte ich es für sehr hilfreich, einen hohen Anspruch an die eigene Qualität auch auf die Technik zu übertragen. Jeder und jede sollten mindesten
- 4 Konferenzsysteme, wie Zoom, MS Teams, Webex, Adobe Connect, GoToMeeting, Blizz …
- 3 Whiteboard-Systeme wie MIRO, Mural, MS Teams Whiteboard, ZoomWhiteboard …
- unterschiedliche Kamerasysteme mit zugehörigen Scheinwerfer-Varianten,
- verschiedene Audiosysteme mit professionellen Mikrophonen und schallschluckender Peripherie,
- …
im Detail kennen und natürlich über die regelmäßigen Neuerungen auf dem Laufenden bleiben und zwar auf allen Ebenen. Ich glaube nichts ist besser geeignet, technisches Versagen sicherzustellen.
3. Schreiben Sie sich für ein kostenloses Webinar ein.
Ein sicheres Verfahren, praktische Erkenntnisse zu vermeiden, ist die Teilnahme an kostenlosen Webinaren. Dabei sind besonders automatisierte Webinare zu empfehlen, die den Eindruck vermitteln, es handele sich um eine Live-Veranstaltung. Sie erkennen sie daran, dass sie zufällig in ca. 10-15 Minuten beginnen.
Sie können sicher sein, am Ende vor allem die weiterführenden vorzugsweise höherpreisigen Angebote des Webinar-Leiters kennengelernt haben. Anderes wird ihnen aus den weiter oben beschriebenen „5 Tipps für …“-Artikeln bekannt vorkommen. Aber das ist keinesfalls schädlich. Wissen wir als Lernexperten doch, dass vieles erst hängen bleibt, wenn es angemessen oft wiederholt wurde.
4. Buchen Sie einen Kurs „Remote Facilitation“.
Wollen Sie im weiteren Verlauf Ihren eigenen Ärgerpegel beim Einstieg in die virtuelle Welt von Live-Trainings und -Workshops erhöhen, bieten sich kostenpflichtige Kurse an. Besonders geeignet sind Kurse, die Ihnen versprechen, Sie in drei bis sechs Stunden fit für eigene Trainings und Workshops zu machen. Sie sollten nicht weniger als 100 €, besser noch ca. 400 € kosten. Schließlich ist es wichtig, ein bisschen Geld nutzlos aus dem Fenster zu werfen.
Empfehlenswert sind auch Live-Kurse, die mittels ausgereifter Vortragstechnik über mehrere Tage verteilt in die Einstellvarianten einzelner Systeme, wie Zoom oder Mural, einführen. Dabei kommen dann auch eigene Praxisanteile nicht zu kurz, etwa wenn auf einem Whiteboard eine Aufgabe zu lösen ist. Wie war ich froh, dass ich bei dieser Gelegenheit endlich, endlich und nach langer Zeit wieder in die Umkehrmethode eingeführt wurde. War ich mir doch nie ganz sicher gewesen, ob ich sie in den letzten zwanzig Jahren methodisch korrekt eingesetzt hatte. Hat zwar jetzt nichts mit der virtuellen Welt zu tun, aber immerhin.
Wenn jemand konkrete Hinweise möchte, könnte ich den einen oder anderen Kurs empfehlen.
5. Vermeiden Sie es unbedingt, eigene Konzeptideen praktisch auszuprobieren.
Schließlich möchte ich nachdrücklich und in aller Deutlichkeit auf eine große Gefahr für die eigene ablehnende Haltung gegenüber virtuellen Live-Workshops und –Trainings hinweisen. Vermeiden Sie es unbedingt, eigene praktische Experimente zu machen und Erfahrungen zu sammeln. Tun Sie’s doch, laufen Sie Gefahr, die ablehnende Haltung gegenüber virtuellen Workshops und Trainings womöglich aufgeben zu müssen. Denn – und das ist die schlechte Nachricht – es geht eine ganze Menge. Ich musste beispielsweise erleben, dass eine Traumreise durch das „Haus der Veränderungen“ mit Kopfhörer auf den Ohren hervorragend funktioniert hat, dass trotz physischer Ferne sogar Prototyping in einer Ideation-Session geglückt ist. Und wenn das Experiment schief läuft, wie es mir in einer Sequenz agilen Arbeitens widerfahren ist, laufen Sie Gefahr auch noch Spaß am Scheitern zu entwickeln.
Das will ich Ihnen nicht zumuten. Das könnte dazu führen, dass Sie positive Erfahrungen mit diesem seltsamen Medium machen. Und das gilt es schließlich mit aller Macht zu verhindern. Aber da habe ich volles Vertrauen in die tiefgreifende Wirkung von Glaubenssätzen.
Sollten Sie sich allerdings wider erwarten, der Gefahr eigener Erfahrungen des heiteren Scheiterns aussetzen wollen, klicken sie einfach auf diesen Button.
Foto 1: Jo Szczepanska auf Unsplash, Fotos 2 und 3: Ryan McGuire auf Gratisography, Foto 4: geschaeftswarenladen




Entscheidungen sind immer dann einfach, wenn hinter den offensichtlichen Fragen einige grundsätzliche Dinge geklärt sind. Umgekehrt ist es genauso. Sind die grundsätzlichen Dinge unklar, lassen sich die scheinbar einfachen Fragen nicht beantworten. Diese grundsätzlichen Dinge haben etwas damit zu tun,
den Fragen hinter der Frage zu suchen. Nutzen Sie Ihr Bauchgefühl als Hinweisgeber. Suchen Sie nach dem Grund für das Grummeln. Ihr Unterbewusstsein will Ihnen implizites Wissen zur Verfügung stellen. Gehen Sie dem auf den Grund, und sie werden sich wundern, was sie alles entdecken. Sie werden sich wundern, wie anschließend ein Gefühl von Gewissheit und Klarheit entsteht, was zu tun ist.
, der sein Ziel kenne*. Gleichzeitig ist der Prozess, der darauf zielt, die Ziele zu definieren, oft seltsam ziellos. Er soll das Neue (er-)finden, weiß aber nicht, wie das aussehen soll. Kurzerhand wird die eigene Unsicherheit durch allerlei wichtige Aktivitäten kompensiert: PESTEL-Analysen, Marktforschung, SWOT-Analysen, Trendforschung, Szenario-Analysen und viel weitere spannende Aktivitäten – in der Hoffnung, hier Antworten zu finden.
Wenn ich Zukunft erfinden will – und darum geht es in Strategie- und Visionsprozessen – muss ich jedoch zunächst herausfinden, was ich will, was mir wichtig ist, was mich in Bewegung setzt. Das gilt für Unternehmen, für Vereine und auch für jeden einzelnen Menschen. Wie wäre es also, die Prozessschritte zu drehen? Nicht die Analysen dürfen am Anfang stehen sondern die Frage, „was ich warum ändern will“. Das braucht vorerst keine Analysen. Das braucht lediglich das in der Regel reichlich vorhandene explizite und implizite Wissen. Stellt sich unterwegs heraus, dass Wissen fehlt, kann gezielt danach geforscht werden. Dann weiß ich, wonach ich suche und kann es auch finden.
Zahlen, Daten, Fakten zuarbeiten, die sie schlussendlich auch nicht wirklich weiter bringen. Die eigentliche Frage ist nach wie vor offen: Was will ich, was wollen wir wirklich und warum gerade das?