Drei Tritte in den Hintern und die Überzeugung, was jetzt richtig ist

Drei Tritte in den Hintern und die Überzeugung, was jetzt richtig ist

„Wissen Sie, konzeptionell habe ich mir mehr von Ihnen versprochen. So wie Sie hier aufgetreten sind, habe ich jedoch die Vermutung, Sie wissen nicht, was Sie wollen. Deshalb tut es mir leid, aber ich muss Ihnen leider absagen.“

Ich hatte meinen schlechtesten Auftritt „ever“ in einem Vorstellungsgespräch hingelegt. Mein Gegenüber hatte recht. Ich war mir nicht sicher. Sollte ich wieder eine Festanstellung suchen und meine gerade gewonnene Freiheit der Freiberuflichkeit wieder aufgeben oder nicht?

Einige Tage später kam der nächste Fingerzeig. Aus einem Gespräch über Kooperationsmöglichkeiten war unvermittelt eine Coaching-Session geworden. Ich hatte offensichtlich so viel Unsicherheit ausgestrahlt, dass meine Gesprächspartnerin immer weiter bohrte, um herauszufinden, was ich eigentlich wollte. Nur auf weniges konnte ich antworten.

Schließlich eine klare Ansage. „Du musst Dir klar werden, was du willst, sonst kann ich nichts für Dich tun.“ Der Geschäftsführer eines Beratungsunternehmens, der mir bis dahin vereinzelt Moderationsaufträge weitergereicht hatte, war angesichts meiner Unbestimmtheit zunächst ungehalten und dann deutlich geworden.

Binnen einer Woche hatte ich drei Tritte in den Allerwertesten bekommen. Auch wenn es schmerzte, ich habe sie gebraucht. Meine Unbestimmtheit war der Grund dafür, dass ich weder das eine, eine Festanstellung, noch das andere, Aufträge als Freiberufler, realisierte. Meine Angst vor der fehlenden Verlässlichkeit der freien Berufe einerseits und mein Unwillen vor seltsamen Chefs in der Festanstellung andererseits haben mich kirre gemacht.

Selbständigkeit? Eine schwierige Entscheidung

Heute weiß ich, dass es anderen in dieser Situation ähnlich geht. Die Frage des Aufbruchs in die Selbständigkeit ist eine der besonders schwierigen Entscheidungen im beruflichen oder geschäftlichen Leben. Die Enge des beruflichen Alltags zwängt uns ein. Gleichzeitig ist die Ungewissheit der Zukunft beängstigend.

Die Entscheidung ist umso schwieriger, weil sie nicht so einfach revidierbar scheint. Wenn ich meine Festanstellung aufgebe, kann ich in den seltensten Fällen einfach wieder zurück in den alten Job. In der Regel würde das auch nicht funktionieren. Ob ich alternativ einen adäquaten neuen Job fände, ist auch nicht gesagt. Wer nimmt in Deutschland schon einen, der als Selbständiger versagt hat? Die sind doch gar nicht in der Lage, sich wieder in eine „normalen“ Arbeitskontext einzuordnen.

Der Plan

Hört sich bekannt an? Dann wird es Sie vielleicht interessieren, wie ich aus dieser tendenziell deprimierenden Situation herausgekommen bin. Zunächst muss ich hinzufügen, dass es zum damaligen Zeitpunkt nicht nur beruflich nicht lief. Privat entschied sich die Frau, mit der ich die letzten 16 Jahre zusammengelebt habe, eigene Wege zu gehen. Es kam also alles zusammen. Umbruch und Neuanfang war angesagt.

Bei mir reichte die gebündelte Energie dreier Tritte in den Hintern. Ich kam nicht daran vorbei, dass ich da was zu klären hatte. Also habe ich alles genutzt, was ich zum damaligen Zeitpunkt in meinem Werkzeugkoffer hatte. Ich habe mich in eine erfolgreiche Zukunft versetzt und versucht eine berufliche und eine private Vision zu entwickeln. Daraus habe ich Ziele abgeleitet und einen umfangreichen Aktivitätenkatalog aufgesetzt. Dann habe ich mir regelmäßige Controlling-Termine in meinen Kalender geschrieben, die zum Teil heute noch aufpoppen.

Es war ein großartiger Plan, nur habe ich mich nicht daran gehalten. Das war aber nicht weiter schlimm. Etwas Anderes war wichtiger. All diese Aktivitäten haben dazu geführt, dass ich für mich eine Entscheidung treffen konnte. Ich bin zwar nicht mit großer Euphorie in die Selbständigkeit aufgebrochen. Es war eher, wie Sascha Lobo es einmal beschrieb: „Eigentlich braucht man, um Unternehmer zu werden, nur einen ganz kurzen Moment etwas weniger Angst als sonst. Und dann geht es von allein weiter und man kann nichts mehr dagegen tun.“

Nachdem ich die Überzeugung gewonnen hatte, was jetzt richtig war, kamen die Aufträge. Woran das lag? Ich weiß es nicht. Vermutlich habe ich deutlich mehr Entschlossenheit und Vertrauenswürdigkeit und deutlich weniger Unsicherheit und Unentschiedenheit ausgestrahlt. Vermutlich war ich auch fokussierter und habe Gelegenheiten erkannt und ergriffen, die ich vorher übersehen habe.

Mein Resumee

Inzwischen bin ich seit 17 Jahren selbständig. Es hat sich immer wieder herausgestellt, dass es vor allem darum geht, eigene Klarheit zu gewinnen. Dabei geht es nicht um richtige oder falsche Entscheidungen. Es geht darum, die Überzeugung zu gewinnen, was jetzt richtig ist. Und das sieht jedes Mal anders aus, abhängig vom jeweiligen Kontext. Heute würde ich mit der Situation anders umgehen – auch und vor allem deshalb, weil wir im geschaeftswarenladen ein Instrument genau für diese schwierigen und richtungsweisenden Entscheidungen entwickelt haben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Kennen Sie das auch? Stehen oder standen Sie schon einmal vor einer solchen Situation? Was tun Sie, um diese Überzeugung zu entwickeln? Wenn Sie Lust haben, machen Sie unseren Entscheidungstypen-Test. Kommen Sie sich selbst auf die Spur und entdecken Sie, was Sie brauchen, um aus innerer Überzeugung entscheiden zu können.

<!-- [et_pb_line_break_holder] --><!-- [et_pb_line_break_holder] -->Über den Autor<!-- [et_pb_line_break_holder] -->Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.<!-- [et_pb_line_break_holder] --><!-- [et_pb_line_break_holder] -->Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.<!-- [et_pb_line_break_holder] -->
Ein Leben voller Energie – Briefe an meinen Enkel (1)

Ein Leben voller Energie – Briefe an meinen Enkel (1)

Energie

Alles begann im Jahre 1995. Meine Schwester und ich verbrachten die Ferien auf dem Hof meines Großvaters. Ich war gerade sechs geworden. Eines Abends saßen wir am Lagerfeuer, buken Stockbrot und grillten Würstchen, als mein Opa begann, Geschichten zu erzählen. Ich kann mich nicht mehr so recht daran erinnern, worum es ging. Zwei Sachen blieben mir aber in Erinnerung: seine Wut auf die Atomenergie und seine Begeisterung für seine eigenen kleinen Projekte. Die verschafften ihm und seinem Hof fast vollständige Unabhängigkeit vom Strom aus der Steckdose – und das war in 1995. Er war beseelt von der Idee, dass viele kleine Einheiten eine große Menge Energie erzeugen konnten, und hatte angefangen diese Idee auf seinem Hof in die Tat umzusetzen.Eine genial einfache Idee ist hängen geblieben. Mit einem schier endlosen Schlauch auf dem Garagendach hat er warmes Wasser erzeugt.

Irgendwie muss er damals einen Samen in meinem Bewusstsein gesetzt haben, der viele Jahre später aufging und mein Leben völlig umkrempeln sollte. Das war 2018. Damals war ich 27 und in einer ähnlichen Situation, wie du heute, mein lieber Babacar. Ich musste mein Leben neu ordnen, weil ich meine Stelle als Elektrotechniker bei einem der drei großen Energiekonzerne verloren hatte. Sie hatten die sogenannte Energiewende völlig verpennt und versuchten sich, zu retten. Dabei bin ich – wie ich damals dachte – auf der Strecke geblieben. Ich konnte ja nicht ahnen, dass sie mir mit der Entlassung den größten Gefallen meines Lebens getan haben.

Wie dem auch sei, als ich den Entlassungsbriefe in der Hand hielt, war ich völlig fertig. Bis dahin war immer alles glatt gegangen. Nach der Schule habe ich sofort eine Lehrstelle gefunden. Nach der Ausbildung wurde ich übernommen. Zwischendurch bin ich einer äußerst hübschen und liebenswerten jungen Frau begegnet, Ärgerdie ich heiraten wollte. Die Entlassung machte alles kaputt – dachte ich. Ich geriet in eine tiefe Krise. Mir fehlte die Energie und das Selbstbewusstsein, mir etwas Neues zu suchen. Meine Freundin konnte irgendwann mein Selbstmitleid nicht mehr ertragen und hat mich verlassen. Langsam begann ein Teufelskreis. Jede kleine Niederlage senkte das Selbstbewusstsein, erzeugt eine neue Niederlage, senkte das Selbstbewusstsein usw. usf.

Die Rettung war mein Opa. Er zitierte mich zu sich und wusch mir den Kopf. Er ließ keine Ausrede gelten. Die Kernbotschaft war eindeutig: werde dir endlich klar darüber, was du wirklich willst. Aber dabei beließ er es nicht. Er hatte noch eine Überraschung. Er stellte eine schwarze Papp-Box auf den Tisch und machte die überaus klare Ansage, dass ich mich morgen direkt an die Arbeit machen solle: „In der Box findest du alles, was du brauchst, um dir darüber klar zu werden, was du willst und wohin du willst. Bearbeite die verschiedenen Aufgaben, und ich verspreche dir, dass es dir hinterher besser geht. Und da du ein Meister der Ausrede bist, erwarte ich von dir, dass du die nächsten zwei Tage hier auf meinem Hof bleibst und an deiner Zukunft arbeitest.“ Du kannst dir gar nicht vorstellen, was er mit dieser Ansprache und Hilfestellung ausgelöst hat.

Ich öffnete die Box und wurde ziemlich schnell aufgefordert, einen Brief zu schreiben. Meine erste Reaktion war: „Was ist das denn für ein Blödsinn? Wer schreibt den heute noch Briefe?“ Ich musste das wohl laut ausgesprochen haben. Denn mein Opa sagte nur: „Tu es einfach.“ Ich fing an und schrieb mir den ganzen Ärger von der Seele. Als ich noch einmal auf die Instruktionskarte guckte, entdeckte ich ein paar interessante Fragen, die ich übersehen hatte: Gibt es Ideen für die zukünftige Ausrichtung? Wie wird Erfolg gemessen? Das brachte mich dazu, den Blick ein wenig mehr nach vorne zu richten. Das erste Aha-Erlebnis hatte ich bei der Analyse des Briefes. Es war unübersehbar, dass mir einerseits Werte wie verantwortlicher Umgang mit der Umwelt und Gerechtigkeit sehr wichtig waren, ich andererseits aber noch keinen einzigen Gedanken darauf verschwendet hatte, wie ich dazu beitragen könnte. Mein Opa setzte noch einen drauf. „Du bist doch eigentlich ein ziemlicher Draufgänger. Trau dich was. Wenn‘s schief geht, biTunn ich auch noch da.“ Aber was könnte das sein? Als ich mich umsah, kam mir eine Idee. Der Hof war nämlich inzwischen nicht nur völlig energieautark. Mein Opa verdiente wegen des Energieeinspeisungsgesetzes eine Menge Geld mit seiner verrückten Idee aus den frühen Achtzigern. Was wäre, wenn ich dazu beitragen könnte, diesen Gedanken weiter zu treiben? Was wäre, wenn ich mich – wie mein Opa – dem vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien verschriebe. Schließlich war ich Elektrotechniker, also vom Fach.

Es war klar, was als nächstes zu tun war: Das Thema wollte ich mir etwas genauer ansehen. Was war technisch möglich? Was gab es schon? Wie passte die Idee in die Welt von 2018? Was brauchte ich dafür? Sollte ich doch noch studieren? Oder war es besser, mich in die Startup-Szene zu stürzen?

Ich fand sehr schnell Antworten. Aber die, mein lieber Enkel, erzähle ich dir beim nächsten Mal. Jetzt erlaube deinem 84-jährigen Opa sich etwas auszuruhen.

Über den Autor

Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.

Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er gemeinsam mit Steffen Moldenhauer als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.
Wie wir unsere Anfangsschwierigkeiten überwinden – Eine typische Startup-Geschichte

Wie wir unsere Anfangsschwierigkeiten überwinden – Eine typische Startup-Geschichte

MyCle_970px

 

Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit war MyCle endlich fertig. Die Tests mit ganz unterschiedlichen Kunden waren richtig gut gelaufen. Wir selbst hatten mit MyCle eine gemeinsame Vision entwickelt, Werte und Bedürfnisse abgeglichen und nebenbei eine Menge Energie für die weitere Arbeit aufgebaut. Der Prototyp sah toll aus. Er ließ sich vorzeigen und die Reaktionen waren ermutigend. Es gab sogar erste Vorbestellungen.

Jetzt ging‘s los. Die erste Kleinserie war fertigzustellen und zu verkaufen. Erste Gespräche mit Investoren weckten Hoffnung. Es gab viel zu tun. Also legten wir los.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn Sie sich im Startup-Geschäft ein wenig auskennen, haben Sie vermutlich eine Menge ähnlicher Geschichten gehört, die so anfingen. Und vermutlich warten sie schon auf das „Aber dann …“. Kommt gleich. Aber (sic) wir bleiben nicht dabei.

Es stellte sich heraus, dass unser MyCle doch mehr Erklärung verlangt, als wir erwartet haben. Die Folge: es gab tolle Gespräche mit Interessenten und erste Verkaufserfolge, aber nicht im erhofften Umfang. Auch die Suche nach Investoren gestaltete sich schwieriger als erwartet. Wir mussten selbst erst lernen, wonach wir eigentlich suchen. Insgesamt liefen wir Gefahr, uns zu verzetteln. Kurzum, es war höchste Zeit, das Team aus den vier Ecken des deutschsprachigen Raums zusammenzuholen und unser eigenes Produkt, MyCle, wieder für uns selbst einzusetzen. In der Terminologie von MyCle heißt das, einen neuen Zyklus starten.

BriefeschreibenWir haben zum zweiten Mal jeder einen Brief geschrieben und uns in einem intensiven Prozess mit deren Inhalt auseinandergesetzt. Nicht wirklich überraschend, aber doch sehr prägnant, hatte sich der Schwerpunkt unserer Briefe spürbar verändert. Während der Selbsttests in der Entwicklungsphase ging es vor allem um Werte und Bedürfnisse der handelnden Personen sowie um Vision und Sinn unseres gemeinsamen Projekts. Jetzt standen das Geschäftsmodell, die nicht ausreichenden Ressourcen und Erwartungen, die sich (noch) nicht erfüllt haben, im Mittelpunkt.

Auch das ist für Leute, die sich im Startup-Geschäft auskennen, mit Sicherheit nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist, wie wir damit umgegangen sind. Das Briefschreiben und die Beschreibung realistischer Ziele für die nächsten Schritte half bei der Frustbewältigung. Aus der Analyse der Briefe und der Gegenüberstellung von Ist- und Zielsituation mithilfe des MyCle-Radarcharts ergaben sich für die nächste Zeit drei Handlungsschwerpunkte fast unmittelbar. Ganz weit vorne ist die Fertigstellung der neuen Version 1.0 von MyCle für unseren ersten größeren Kunden, ein schweizerisches Weiterbildungsinstitut. Dazu gehört auch die Herstellung einer Trainer- / Moderatoren-Box mit spezifischen Materialien für die Arbeit mit Gruppen.

Das verweist zwangsläufig auf den Abverkauf der restlichen Exemplare unserer ersten Kleinserie (zweiter TuEsListeSchwerpunkt), wozu wir kurzfristig neue, kreative Promotionsmöglichkeiten erschließen müssen (dritter Schwerpunkt). (Und da wir inzwischen gelernt haben, dass Promotion immer direkte Handlungsaufforderungen enthalten soll, hier nun der Aufruf: Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, eine Idee haben, wo wir MyCle präsentieren können, melden Sie sich. Vielen Dank dafür.) Eine Promo-Idee ist die Bereitstellung eines „Source Codes“ für registrierte Entwickler. Wer auf Basis von MyCle eigene Produkte entwickeln will, kann das unter bestimmten Bedingungen tun. (Und auch hier die Handlungsaufforderung: Interessenten bitte melden.) Alles andere muss vorerst zurückstehen, auch die Suche nach Investoren.
Das Beste aber kommt zum Schluss: Nach drei Tagen Workshop war bei uns wieder neue Energie da.

Es_lag_auf_der_HandBleibt festzuhalten:

  • Der zweite Zyklus ist anders als der Erste. Das ist eigentlich logisch, weil sich zwischenzeitlich mit Sicherheit etwas verändert hat. Sich dieser Situation jedoch noch einmal bewusst zu werden, bringt weiter. Es gibt immer eine neue Situation und neue Schwerpunkte, die wieder neue Entscheidungen, neue Handlungsschwerpunkte und – nicht zuletzt – einen neuen Schub Energie brauchen.
  • Im zweiten Zyklus wird überprüft, zugespitzt und im Bedarfsfall korrigiert und ergänzt. Das war die Absicht. Jetzt wissen wir, dass es genau so funktioniert.
  • Wie beim ersten Mal fiel es uns auch jetzt wieder leicht, Entscheidungen zu treffen. Es lag einfach auf der Hand, wie es weiter gehen muss.
  • MyCle-Workshops machen Spaß, sind spannend und haben gute Ergebnisse. Sie erzeugen Aufbruchsstimmung. Das haben wir bei allen unseren Testkunden und jetzt auch wieder am eigenen Leib erlebt – auch beim zweiten Mal.

 

Über den Autor

Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.

Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er gemeinsam mit Steffen Moldenhauer als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.
Aus Theorie wird Praxis – und ein Brief aus der Zukunft wird Realität.

Aus Theorie wird Praxis – und ein Brief aus der Zukunft wird Realität.

Zitat

 

Im Juli letzten Jahres erzählte ich hier von Gabi. Gabi fehlte eine Perspektive. Welche Ausbildung sollte sie machen? MyCle hat ihr geholfen, eine zu finden.

Gabi wollte damals mit MyCle drei Fragen beantworten:

  • Was will ich zukünftig machen?
  • Wie stelle ich mir meine Zukunft vor?
  • Was soll in Zukunft alles geschehen?

Im Rückblick hat sie sich mit dem Brief aus der Zukunft eine eigene Basis gelegt – ganz intuitiv. Sie wusste nach der Arbeit mit MyCle, was sie will und was nicht. Im Juli war das noch Theorie. Und im Dezember 2015? Jetzt ist es Realität.

Es kam Schlag auf Schlag. Im September schrieb Gabi zehn Bewerbungen für Lehrstellen. In die Bewerbungen flossen sehr viel persönliche Energie und Fleiss. Sie hatte eine konkrete Vorstellung. Sie formulierte sehr genau, warum sie genau diese Lehrstelle haben möchte und warum sie die Richtige dafür ist. Und ja, sie war sehr aufgeregt. Sie fragte sich immer wieder: Habe ich die richtigen Unternehmen herausgesucht? Stimmt der Fokus in dem Brief aus der Zukunft wirklich? Kann ich das? Und wenn es mir doch nicht gefällt?

Ich konnte Gabi beruhigen: „Vertraue auf Dich! Es wird schon seinen Grund haben, warum Du dies in dem Brief so geschrieben hast. Eine kaufmännische Ausbildung mit Schwerpunkt Kommunikation ist genau das, was ein Funkeln in Deinen Augen ausgelöst hat.“

Zur Sicherheit bewarb sie sich auch noch auf andere Schwerpunkte. Es dauerte nur ein paar Tage, dann bekam sie schon den ersten Termin für ein Vorstellungsgespräch. Selbstverständlich für einen Ausbildungsplatz mit dem Schwerpunkt Kommunikation. Dann meldete sich ein zweites, drittes und viertes Unternehmen. Sogar einen Schnuppertag konnte sie absolvieren. „Wow, die sind alle so nett und freundlich. Und das sind genau die Themen, die mich interessieren“, sagte sie. Letztendlich konnte sie sich aussuchen, wo sie die Ausbildung beginnen wollte.

Sechs Wochen nach der Bewerbung unterschrieb sie einen Lehrvertrag für 2016. So wurde aus Theorie Praxis. Erste Massnahmen konnten umgesetzt werden und der Weg zur Erreichung des Zielbildes in der Zukunft ist geebnet.

Wenn ich heute frage, wie sie sich fühlt und ob sie glücklich ist, dann sehe ich ein strahlendes Gesicht und bekomme ein klares „Ja“. Genau so soll es sein.

Die Umsetzung ist ein Prozess

Sicherlich kann man sich fragen, was wäre passiert, wenn Gabi keinen Brief aus der Zukunft geschrieben hätte. Im Nachhinein ist das stets schwierig zu beschreiben. Ich vermute, wir hätten ewig lange diskutiert, was sie machen soll. Der Zweifel und die Unsicherheit hätte das Handeln dominiert. Letztendlich hätte sie sich irgendwo beworben. Bei den Vorstellungsgesprächen wäre sie unsicher gewesen. Die Argumentation, warum sie die Ausbildung unbedingt in diesem Unternehmen machen möchte, wäre sicherlich nicht so authentisch gewesen. Und es wäre ein ewiges Suchen und Hinterfragen aufgekommen, ob nicht doch noch etwas anderes, Besseres zu finden sei. Das raubt Energie und Nerven und machLeuchtturmt alle unglücklich.

Heute kann man sagen, dass der ganze Weg ein Prozess war. Dieser ist noch nicht zu Ende. Er geht jedoch in die richtige Richtung. Und richtig ist immer das, was jemand persönlich als positiv und sinnvoll empfindet und zur Zufriedenheit führt. Das sind die besten Voraussetzungen für einen langfristigen Erfolg.

Was lernen wir daraus?

Häufig fehlt das Vertrauen in sich selbst. Wir werden auf Analytik und Klarheit getrimmt. Alles muss sofort und immer erklär- und herleitbar sein. Genau dieses Muster muss durchbrochen werden. In unserem Innersten wissen wir meist sehr gut, was uns guttut und was wir wollen. Es fehlen lediglich der Weg und das Hilfsmittel, dies an die Oberfläche zu bringen und die Essenz daraus zu erkennen. Genau diesen Schritt unterstützt MyCle mit seinem Vorgehen. Das schafft Klarheit, Transparenz und nachhaltiges Vertrauen. Daher möchte ich Ihnen Folgendes mitgeben:

  • Folgen Sie nicht dem Wahn der ständig nachvollziehbaren und reproduzierbaren Analyse. Die Zukunft ist noch nicht bestimmt. Ihre Zukunft gestalten Sie über Ihr Handeln. Analysieren können Sie nur Ihre Vergangenheit.
  • Legen Sie einfach los. Lassen Sie raus, was Ihnen gerade in den Sinn kommt. Es ist zu diesem Zeitpunkt richtig. Und was für Sie richtig ist, muss nicht unbedingt für andere gelten.
  • Definieren Sie einfache, leicht verständliche erste Massnahmen. Beginnen Sie mit der Umsetzung von ersten Aktivitäten. Die anderen ergeben sich dann wie von selbst.

So wird aus Theorie Praxis.

Wichtig ist, sich auf den Weg zu machen. Am Anfang reicht die Richtung zur Orientierung völlig aus.

Machen Sie Ihre Gedanken frei

AufDenWegMachenFür den richtigen Start möchte ich Ihnen noch einen kleinen Tipp geben. Es kann vorkommen, dass wir zu Beginn eine Blockade haben, die wir lösen müssen. Dann gehen Sie wie folgt vor:

  • Nehmen Sie sich einen Stift und ein weisses Blatt Papier.
  • Setzen Sie sich an einen Tisch.
  • Notieren Sie nun auf dem Blatt Papier alle Begriffe, Eigenschaften oder einfach Worte, die Ihnen gerade im Kopf herumschwirren oder was Sie gerade mit den Augen anschauen. Es ist eine Sammlung von losen Wörtern. Schreiben Sie einfach drauf los.
  • Das könnte dann wie folgt aussehen: Tisch braun Füsse Chrom hell Lampe Rasen grün Licht Gedanken weiss Tier Bär Augen braun weiss nicht Gedanken Blatt Stift usw. Schreiben Sie einfach drauf los.
  • Nach rund fünf Minuten legen Sie den Stift und das Blatt auf die Seite. Sie können es auch zusammenfalten, wenn Sie möchten.

Ihre Gedanken sind nun frei. Sie können mit dem ersten Schritt in der MyCle-Box beginnen.

Viel Erfolg.

Über den Autor

Dr. Michael Hartschen ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens, Innovationsfachmann und Querdenker.

Als gelernter Maschinenbau-Ingenieur hat er sich der Innovation und der Einfachheit verschrieben – eine Qualität, die einem Do-it-Yourself-Ansatz mehr als zuträglich ist.