Drei Tritte in den Hintern und die Überzeugung, was jetzt richtig ist

Drei Tritte in den Hintern und die Überzeugung, was jetzt richtig ist

„Wissen Sie, konzeptionell habe ich mir mehr von Ihnen versprochen. So wie Sie hier aufgetreten sind, habe ich jedoch die Vermutung, Sie wissen nicht, was Sie wollen. Deshalb tut es mir leid, aber ich muss Ihnen leider absagen.“

Ich hatte meinen schlechtesten Auftritt „ever“ in einem Vorstellungsgespräch hingelegt. Mein Gegenüber hatte recht. Ich war mir nicht sicher. Sollte ich wieder eine Festanstellung suchen und meine gerade gewonnene Freiheit der Freiberuflichkeit wieder aufgeben oder nicht?

Einige Tage später kam der nächste Fingerzeig. Aus einem Gespräch über Kooperationsmöglichkeiten war unvermittelt eine Coaching-Session geworden. Ich hatte offensichtlich so viel Unsicherheit ausgestrahlt, dass meine Gesprächspartnerin immer weiter bohrte, um herauszufinden, was ich eigentlich wollte. Nur auf weniges konnte ich antworten.

Schließlich eine klare Ansage. „Du musst Dir klar werden, was du willst, sonst kann ich nichts für Dich tun.“ Der Geschäftsführer eines Beratungsunternehmens, der mir bis dahin vereinzelt Moderationsaufträge weitergereicht hatte, war angesichts meiner Unbestimmtheit zunächst ungehalten und dann deutlich geworden.

Binnen einer Woche hatte ich drei Tritte in den Allerwertesten bekommen. Auch wenn es schmerzte, ich habe sie gebraucht. Meine Unbestimmtheit war der Grund dafür, dass ich weder das eine, eine Festanstellung, noch das andere, Aufträge als Freiberufler, realisierte. Meine Angst vor der fehlenden Verlässlichkeit der freien Berufe einerseits und mein Unwillen vor seltsamen Chefs in der Festanstellung andererseits haben mich kirre gemacht.

Selbständigkeit? Eine schwierige Entscheidung

Heute weiß ich, dass es anderen in dieser Situation ähnlich geht. Die Frage des Aufbruchs in die Selbständigkeit ist eine der besonders schwierigen Entscheidungen im beruflichen oder geschäftlichen Leben. Die Enge des beruflichen Alltags zwängt uns ein. Gleichzeitig ist die Ungewissheit der Zukunft beängstigend.

Die Entscheidung ist umso schwieriger, weil sie nicht so einfach revidierbar scheint. Wenn ich meine Festanstellung aufgebe, kann ich in den seltensten Fällen einfach wieder zurück in den alten Job. In der Regel würde das auch nicht funktionieren. Ob ich alternativ einen adäquaten neuen Job fände, ist auch nicht gesagt. Wer nimmt in Deutschland schon einen, der als Selbständiger versagt hat? Die sind doch gar nicht in der Lage, sich wieder in eine „normalen“ Arbeitskontext einzuordnen.

Der Plan

Hört sich bekannt an? Dann wird es Sie vielleicht interessieren, wie ich aus dieser tendenziell deprimierenden Situation herausgekommen bin. Zunächst muss ich hinzufügen, dass es zum damaligen Zeitpunkt nicht nur beruflich nicht lief. Privat entschied sich die Frau, mit der ich die letzten 16 Jahre zusammengelebt habe, eigene Wege zu gehen. Es kam also alles zusammen. Umbruch und Neuanfang war angesagt.

Bei mir reichte die gebündelte Energie dreier Tritte in den Hintern. Ich kam nicht daran vorbei, dass ich da was zu klären hatte. Also habe ich alles genutzt, was ich zum damaligen Zeitpunkt in meinem Werkzeugkoffer hatte. Ich habe mich in eine erfolgreiche Zukunft versetzt und versucht eine berufliche und eine private Vision zu entwickeln. Daraus habe ich Ziele abgeleitet und einen umfangreichen Aktivitätenkatalog aufgesetzt. Dann habe ich mir regelmäßige Controlling-Termine in meinen Kalender geschrieben, die zum Teil heute noch aufpoppen.

Es war ein großartiger Plan, nur habe ich mich nicht daran gehalten. Das war aber nicht weiter schlimm. Etwas Anderes war wichtiger. All diese Aktivitäten haben dazu geführt, dass ich für mich eine Entscheidung treffen konnte. Ich bin zwar nicht mit großer Euphorie in die Selbständigkeit aufgebrochen. Es war eher, wie Sascha Lobo es einmal beschrieb: „Eigentlich braucht man, um Unternehmer zu werden, nur einen ganz kurzen Moment etwas weniger Angst als sonst. Und dann geht es von allein weiter und man kann nichts mehr dagegen tun.“

Nachdem ich die Überzeugung gewonnen hatte, was jetzt richtig war, kamen die Aufträge. Woran das lag? Ich weiß es nicht. Vermutlich habe ich deutlich mehr Entschlossenheit und Vertrauenswürdigkeit und deutlich weniger Unsicherheit und Unentschiedenheit ausgestrahlt. Vermutlich war ich auch fokussierter und habe Gelegenheiten erkannt und ergriffen, die ich vorher übersehen habe.

Mein Resumee

Inzwischen bin ich seit 17 Jahren selbständig. Es hat sich immer wieder herausgestellt, dass es vor allem darum geht, eigene Klarheit zu gewinnen. Dabei geht es nicht um richtige oder falsche Entscheidungen. Es geht darum, die Überzeugung zu gewinnen, was jetzt richtig ist. Und das sieht jedes Mal anders aus, abhängig vom jeweiligen Kontext. Heute würde ich mit der Situation anders umgehen – auch und vor allem deshalb, weil wir im geschaeftswarenladen ein Instrument genau für diese schwierigen und richtungsweisenden Entscheidungen entwickelt haben. Aber das ist eine andere Geschichte.

Kennen Sie das auch? Stehen oder standen Sie schon einmal vor einer solchen Situation? Was tun Sie, um diese Überzeugung zu entwickeln? Wenn Sie Lust haben, machen Sie unseren Entscheidungstypen-Test. Kommen Sie sich selbst auf die Spur und entdecken Sie, was Sie brauchen, um aus innerer Überzeugung entscheiden zu können.

<!-- [et_pb_line_break_holder] --><!-- [et_pb_line_break_holder] -->Über den Autor<!-- [et_pb_line_break_holder] -->Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.<!-- [et_pb_line_break_holder] --><!-- [et_pb_line_break_holder] -->Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.<!-- [et_pb_line_break_holder] -->
Warum Entscheidungshilfen nicht funktionieren

Warum Entscheidungshilfen nicht funktionieren

Irgendwann ist uns das allen schon mal passiert. Wir stehen vor einer wichtigen Entscheidung und wissen einfach nicht, was richtig ist. Wir zweifeln. Wir hadern. Wir fangen an, mit anderen darüber zu sprechen. Wir beginnen uns sachkundig zu machen. Vielleicht googeln wir sogar nach Entscheidungshilfen und probieren die Pro- und Contra-Liste oder das Ausschlussverfahren aus. Trotzdem will es einfach nicht besser werden. Wir wissen immer noch nicht, was richtig ist. Wir zweifeln und hadern weiter.

Wir im geschaeftswarenladen wollten wissen, wann das so ist und haben nachgefragt. Wir wollten wissen, welche geschäftlichen Entscheidungen schwierig sind, warum das so ist und wie die Entscheidungsfindung schließlich bewältigt wird. (mehr …)

Agilität in Strategiearbeit und Entscheidungsfindung! Eine Höhere Fachschule in der Schweiz geht neue Wege in der Führungsausbildung

ibW_Logo_farbigNeue Wege in der Führungsausbildung geht die ibW – die höhere Fachschule Südostschweiz. Mit dem Produkt MyCle vom Berliner geschaeftswarenladen setzen sie bei der Qualifizierung von Führungskräften in kleinen und mittelständischen Unternehmen ein neues Hilfsmittel ein. Die Teilnehmer im Fach Strategisches Management waren von der Güte der Ergebnisse und der Einfachheit des Prozesses überrascht.

MyCle ist ein bewusst analoges Verfahren, das einer Person oder einem Team hilft, schwierige unternehmerische Entscheidungen zu treffen. In der Arbeit wird ein Kriterienrahmen geschaffen, der drei Kernelemente enthält: Motive und Werte als Entscheidungsgrundlagen, die Frage nach Sinn und Vision als Perspektive und eine Einschätzung des Status Quo der eigenen Ressourcen und begonnenen Aktivitäten. Am Ende des Bearbeitungszyklus fallen Entscheidungen leicht, weil Kopf und Bauch gemeinsame Sache gemacht haben. Es wird klar, wohin man möchte und welcher Schritt als Nächstes zu gehen ist. Das wird durch einfache Hilfsmittel und die grafische Darstellungen von (Zwischen-)Ergebnissen nachvollziehbar ermöglicht.

Die ibW setzt auf Instrumente, die „den Praxisbezug sicherstellen und branchenneutral sind. Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass MyCle sehr praxisnah und in der Anwendung sehr effizient und einfach ist. Die Teilnehmenden waren begeistert“, so der Fachvorsteher des Nachdiplomstudiengangs Damian Tomaschett.

MyCle unterstützt die Führungsarbeit, indem es mit strategischen Entscheidungen Unternehmen Schritt für Schritt weiter bringt. Es ist einfach, pragmatisch, flexibel und durch die Fokussierung auf den nächsten Schritt unmittelbar praktisch und entspricht dadurch der Denk- und Arbeitsweise im Mittelstand.

Die nächsten Termine:

Kontakt:

Dieter Bickenbach
Gründer und Geschäftsführer

mail: presse (at) geschaeftswarenladen.info
mobil: +49(179)4698570

 

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BUSINESS CREATION CARDS – maßgeschneiderte Unternehmungen

BUSINESS CREATION CARDS – maßgeschneiderte Unternehmungen

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Wie der Name geschaeftswarenladen bereits verrät, möchten wir langfristig eine ganze Bandbreite guter und erschwinglicher Werkzeuge für Unternehmer und Unternehmerinnen anbieten. Neben MyCle, unserer analogen Box für Strategiearbeit, und der Weiterentwicklung ihrer Methodik als WebApp, befindet sich schon ein drittes, äußerst vielseitiges Werkzeug in der Testphase: die BUSINESS CREATION CARDS. Nach vielen Anfragen und Beratungsgesprächen zur persönlichen beruflichen und unternehmerischen Entwicklung haben wir jetzt den Entwurf gewagt. Entstanden ist ein leicht anzuwendendes Werkzeug, bei dem erstmals Methoden der Selbstpositionierung, Strategie und der Geschäftsmodellentwicklung verschmelzen. Die BUSINESS CREATION CARDS beantworten Fragen wie:

  • Wie finde ich meinen Traumjob?
  • Kann ich mir den etwa gestalten? oder
  • Welches Business passt zu mir?

Wie das im Detail aussieht klären wir in den FAQs zur aktuellen Testversion der BUSINESS CREATION CARDS.

Worum geht es bei den BUSINESS CREATION CARDS?

Die BUSINESS CREATION CARDS sind Methode und Werkzeug, mit dessen Hilfe es möglich ist, selbständig ein detailreiches Bild einer beruflichen oder unternehmerischen Situation, ein persönliches Businessmodell, darzustellen, zu bewerten und zu optimieren oder gar von Grund auf zu entwerfen. Darüber hinaus lassen sich auch gezielte Fragestellungen mit Erweiterungssets bearbeiten. Etwa: Wie könnte ein neues Produkt aussehen? Wie kann ich dessen Herstellung vereinfachen?

Die BUSINESS CREATION CARDS sind das erste DIY-Werkzeug zur ganzheitlichen und persönlichkeitsbezogenen Geschäftsmodellentwicklung.

Wie funktionieren die BUSINESS CREATION CARDS?

bcc_0-9Die BUSINESS CREATION CARDS bestehen aus mehreren Kartensets. Mit Hilfe von genau abgestimmten Fragen auf den Karten werden unterschiedliche Elemente der Persönlichkeit und unternehmerischer Szenarien bearbeitet und über die Anordnung in einer Matrix gezielt in einen Zusammenhang gebracht. Weitere Kartensets geben Hinweise zur Verbesserung der einzelnen unternehmerischen Elemente oder Designvorschläge mit Beispielen existierender Unternehmen.

Welche Annahme steckt hinter dem Werkzeug?

Für das Erreichen einer beruflich oder unternehmerisch erfüllenden Situation, einem Traumjob, ist es unserer Erfahrung nach notwendig, nach eigenen Grundsätzen zu handeln, eigene Fähigkeiten und Talente einzusetzen und mit diesen einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen, welche dabei den eigenen Bedürfnissen Befriedigung verschafft. Mit den BUSINESS CREATION CARDS lässt sich diese optimale berufliche oder unternehmerische Situation entwickeln.

Welche Theorie steckt hinter dieser Annahme?

Ausgehend von verschiedenen Modellen zur Selbstpositionierung und Geschäftsmodellgestaltung folgen die BUSINESS CREATIObcc_0-9-2_matrix_eckenN CARDS dem Prinzip stimmiger Beziehungen unter den entscheidenden Elementen in einem Geschäftsmodell. Ein besonderes Augenmerk der BUSINESS CREATION CARDS liegt im Einbezug vieler persönlicher Elemente wie den gelebten Werten, vorhandenen Talenten oder den eigenen Bedürfnissen.

Welche Vorraussetzungen werden von den Anwendern und Anwenderinnen verlangt?

Wichtig ist der Mut zu einem selbstkritischen Blick und der Anspruch mit den gewonnenen Einsichten ein individuelles Modell für die eigene berufliche oder unternehmerische Situation gestalten zu wollen. Dabei spielt es keine Rolle ob die Ausgangssituation eine Anstellung, eine vorhandene Selbständigkeit oder nur der Wunsch nach einem „eigenen Business“ ist.

Die BUSINESS CREATION CARDS bieten ganzheitliches und kreatives Business Modell Design für jeden.

HIER können Sie sich als Tester für die nächste Testphase anmelden.

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Mitgründer, Gesellschafter, kreativer Kopf und Konzeptdesigner. Als studierter Designer, Fachautor und Berater in der Kreativwirtschaft unterstützt er den Geschäftswareladen beim Um-die-Ecke-denken, bei der Produktgestaltung, mit innovativen Marketingkonzepten und seiner Expertise für Vereinfachung und Ressourceneffizienz.
Was wäre, wenn wir Apple wären? – Briefe an meinen Enkel (2)

Was wäre, wenn wir Apple wären? – Briefe an meinen Enkel (2)

Sturm

So mein Junge, dann will ich meine Geschichte mal fortsetzen. Wo hatte ich beim letzten Brief aufgehört. Ach richtig, ich hatte mich entschieden. Die Krise war überwunden.

Unterbewusst hatten bestimmt die vielen Stürme der letzten zwei, drei Jahre eine Rolle gespielt. Erst kürzlich musste ich mich gegen Wassermassen aus der U-Bahn kämpfen. Auch meinen Opa und seinen Hof hatte es ziemlich hart erwischt. Das Jahr zuvor hatte ein Hagelsturm die gesamte Maisernte platt gemacht.
Ich hatte mich also entschieden. Ich wollte meinen Beitrag leisten, den Energiehunger der Welt zu decken und gleichzeitig unsere Umwelt als lebensfreundlichen Raum zu erhalten. Ich fand, es reiche nicht mehr aus, den eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Die gesamte Energieversorgung gehörte umgestellt. Meine Vision dafür orientierte sich am Hof meines Opas. Ich sah viele kleine energieautarke Einheiten mit einem Mix unauffälliger kleiner Energieanlagen, die sich bei Bedarf gegenseitig aushelfen konnten.

AppleNach ein wenig Recherche schien es in meinen Augen vor allem um ein Problem zu gehen: Wie ließen sich verbrauchernah natürliche Energiequellen, wie Wind und Sonne, so wandeln und speichern, dass Sie für eine spätere Nutzung jederzeit abrufbar waren? Das allein war es aber noch nicht. Es brauchte noch mehr. Eine MyCle-Impulskarte mit einer einfachen Frage brachte mich weiter: Was wäre, wenn wir Apple wären? Na klar, das ganze System musste aus einem Guss sein. Wie ließen sich die verschiedenen Elemente in einem durchgängigen System so kombinieren, dass sie für ein Einfamilienhaus oder einen Wohnblock nutzbar waren? Welche Elemente würde ich dafür benötigen?

Ein paar Tage und etliche Stunden des Grübelns später begann ich zu ahnen, was ich mir da vorgenommen hatte. Es würde so einiges zusammenkommen. Elemente, wie Mini-Blockheizkraft-Anlagen, Wasserelektrolyse-Anlagen, Vertikalrotoren, Solaranlagen waren zu verkleinern und zu integrieren. Sie mussten architektonisch zu einem harmonischen und ästhetischen Ganzen gemacht werden. Andernfalls würde es erhebliche Schwierigkeiten mit Bauämtern und Nachbarschaft geben. Das ganze musste digital steuerbar und optimierbar sein, bis hin zur Selbstdiagnose der einzelnen Module.

Wie sollten wir das alles hinkriegen? Ich beschloss meine wertvollste Ressource zu nutzen. Ich rief meinen Opa an, schilderte mein Problem und fragte, ob ich bei ihm vorbeischauen und mich mit ihm beraten dürfe. Er freute sich sehr und war sofort bereit, meine Ideen auf den Prüfstand zu stellen. Zum Abschluss des Gesprächs meinte er noch: „Denk an deine MyCle-Box. Ich glaube, die kann uns weiter helfen.“

Es wurde ein ereignisreiches Wochenende mit einigen Überraschungen und Ideen. Die erste: „Da will ich mitmachen.“ Mein Opa war sofort Feuer und Flamme. „Genau sowas habe ich in meinem kleinen und bescheidenen Rahmen quasi als Prototyp entwickelt. Warum sollen wir das nicht in die Welt hinaustragen.“ Die zweite: die Idee des Minimal Viable Product. Weil Opa mitmachen wollte, haben wir gemeinsam einen MyCle-Zyklus bearbeitet. Das Radarchart zeigte überdeutlich, dass der  Anspruch gigantisch, dieRadarchart_Ist Ressourcen aber eher bescheiden waren. Da erinnerte sich mein Opa an die Geschichte einer amerikanischen Ärztin, die auch eine große Vision hatte. Sie wollte die Zeit der Ungewissheit von Frauen mit Verdacht auf Brustkrebs radikal reduzieren – von zwei Monaten auf einen Tag. Dazu brauchte es eine Klinik, in der unterschiedliche Fachrichtungen im Sinne dieser Frauen in völlig neuer Weise kooperierten. Wie ist sie vorgegangen? Schritt für Schritt. Das Ganze vor Augen begann sie klein und addierte Schritt für Schritt neue Elemente. So könnte es auch für uns klappen. Nur womit beginnen. Was konnte unser MVP sein? Wir beschlossen uns zunächst auf die Wasserstoff-Herstellung und –Speicherung zu stürzen. Sie schien ein zentrales Element mit eigenem Marktpotenzial zu sein. Wenn es gelänge eine dezentral einsetzbare Klein-Anlage zu geringen Kosten zu schaffen, wäre die theoretisch in allen Haushalten mit Solaranlagen sofort einsetzbar. Sie würde außerdem Anreiz zum Kauf marktreifer Brennstoffzellen sein.

Tolle Idee, aber es war schnell klar, dass uns noch wesentliches fehlte: Know How. Das war der Moment, wo die Frage nach meiner näheren Zukunft eine vorläufige Antwort erhielt. Ich würde doch noch ein Studium beginnen. Ich wollte wissen, wie es gehen könnte, und ich wollte Leute kennen lernen, die kompetent sind und mitmachen würden. Wir konnten parallel ja schon beginnen. Zeit war nicht unser Problem. Die konnten wir uns einteilen, wie wir wollten – dachte ich damals jedenfalls. Denn es gab noch eine dritte Überraschung an diesem Wochenende: die hübsche Nachbarin.

Aber wie ich deine Oma kennlernte, erzähle ich dir in meinem nächsten Brief.

 

Über den Autor

Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.

Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er gemeinsam mit Steffen Moldenhauer als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.