von Dieter Bickenbach | 02. September 2016 | Blog

Es war falsch. Meine Entscheidung, in die GbR einzusteigen, kam mich langsam teuer zu stehen. Anstatt einer Verbesserung der Umsatzzahlen, zahlte ich drauf. Und dann war da auch noch der sehr seltsame Umgang meines Partners mit Geld. Wenn ich die Zeichen richtig deutete, stand er kurz vor der Privatinsolvenz. Wenn es dumm lief, würde ich für seine privaten Finanzaktionen mit einstehen müssen. Das Risiko wurde langsam zu groß.
Ich hatte voller Hoffnung und in der Gewissheit, das Richtige zu tun, eine falsche Entscheidung getroffen. Und diese Entscheidung hatte Konsequenzen. Zugegeben, existenzgefährdend war sie nicht, aber ausgesprochen unangenehm. Ich hatte ca. 20.000 € in den Sand gesetzt und musste eine Hoffnung begraben.
Genau darum geht es bei der Unsicherheit oder gar der Angst vor Entscheidungen. Fehlentscheidungen haben Konsequenzen. In der geschäftlichen Verantwortung beschränken sich die Konsequenzen in der Regel nicht nur auf mich allein. Sie treffen sehr schnell Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden, Investoren, die Umwelt und andere mehr. Vor diesem Hintergrund ist die Unvermeidbarkeit von Fehlentscheidungen nur schwer akzeptierbar und schwer auszuhalten. Es sein denn …
Eine Frage der Haltung
Im Kern geht es um meine Haltung mir selbst gegenüber. Ob ich Fehlentscheidungen aushalten und mit ihnen umgehen kann, hängt zunächst einmal daran, ob ich mir selber diese Fehler verzeihen kann. Kann ich das nicht, lasse ich die Erkenntnis eines Fehlers erst zu, wenn ich vor den Trümmern diese Entscheidung stehe. Ist mein Selbstbewusstsein ausreichend groß, kann ich meine Aktivitäten und Vorhaben und ihre Ergebnisse in Frage stellen.
Ist das erlernbar? Es spricht einiges dafür. Ist aber nicht ganz einfach. Was allerdings sicher ist: als Unternehmer brauche ich viel von dieser Haltung.
In dieser Haltung kann ich mich übrigens auch unterstützen lassen, durch mein Umfeld. Dafür braucht es eine Kultur des Vertrauens und der Fehlertoleranz, also eine Art gemeinsam vereinbarten Werte- oder Normen-Rahmen. Und der wiederum braucht Feedback, also Personen, die bereit sind Fehlverhalten anzusprechen und eigenes Verhalten infrage zu stellen. Auch das lässt sich entwickeln.
Eine Frage der Technik
Vieles kann ich aber auch technisch, d.h. methodisch lösen. Die Frage dahinter: wie lässt sich das Risiko der Fehlentscheidung minimieren? Die Antwort: mithilfe von Tests. Wie das geht, ist für die Geschäftswelt inzwischen hinlänglich beschrieben. Ansätze wie Design Thinking, Scrum oder Lean Startup vergegenständlichen Hypothesen in Prototypen. Anschließend wird am lebenden Objekt „Kunde“ überprüft, ob die Hypothesen stimmen. Das Prinzip lässt sich auf viele andere Entscheidungen übertragen. Das Ausmaß möglicher Konsequenzen wird kleiner und Entscheidungen werden korrigierbar. Das hilft, die Unsicherheit zu verringern.
Fazit
Natürlich sind das nicht alle Aspekte, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Aber eines wird deutlich: unternehmerische Entscheidungen, ebenso wie der geschäftliche Umgang mit Fehlentscheidungen brauchen beide Seiten, die emotionale und die rationale, die Auseinandersetzung mit dem Selbst ebenso wie methodisches Know-how. Lasse ich eine Seite weg, brauche ich vor allem Glück, um ein Geschäft voranzutreiben. Nutze ich beide Seiten, gestalte ich meine Zukunft selber. Das meinen wir, wenn wir von Selbstermächtigung sprechen.
Wie gehen Sie mit sich selber um, wenn Sie sich bei einer Fehlentscheidung ertappt haben? Kennen Sie einen Weg, sich selbst Absolution zu erteilen, oder bezichtigen Sie sich selbst der Sünde der Fehlentscheidung? Die Wortwahl ist Absicht. Denn mit der Beichte hat die katholische Kirche einen genialen Mechanismus der (Selbst-)Entlastung geschaffen. Vielleicht hilft es bei der Verarbeitung von Fehlentscheidungen, sich selbst einen ähnlichen Mechanismus zu schaffen – und sei es nur das offene Gespräch mit einem vertrauten Menschen.
Über den Autor
Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.
Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.
von Dieter Bickenbach | 02. Juni 2016 | Blog

Nachdem Peter M.* lange Jahre sehr erfolgreich als Personaler in einem Konzern gearbeitet hatte, wollte er sich selbständig machen. Er war erfahren. Er kannte sein Geschäft aus dem ff. Er hatte auch Rücklagen für die Anfangszeit gebildet. Da sollte es doch nicht so schwer sein, als freiberuflicher HR-Interim-Manager und Berater ins Geschäft zu kommen. Aber manchmal ist einfach der Wurm drin.
Es ging schief, was nur schief gehen konnte. Zu den Misserfolgen in der Auftragsakquisition gesellten sich bald Unsicherheit und Existenzangst. Die Abwärtsspirale setzte sich in Gang. Nach einigen Jahren drohte die Privatinsolvenz. Was nun?
Wie der Zufall es will, lief er einer der Co-Gründerinnen des geschaeftswarenladens, Elke Konieczek, über den Weg. Sie empfahl ihm, einen Versuch mit MyCle zu wagen. Angesichts seiner Situation war das allerdings schwierig. So richtig drauf einlassen konnte er sich zu Beginn nicht, brauchte ein wenig Anschubhilfe. Nachdem er jedoch einmal in Bewegung gekommen war, entwickelte sich erstaunliches. Am besten lassen wir ihn selber sprechen.
Frage: Wie kam es dazu, dass du MyCle genutzt hast?
Antwort: Ich war auf der Suche, wie es bei mir beruflich weitergehen sollte und habe mich mit unterschiedlichen Leuten ausgetauscht. Eine davon warst Du. Du hast mir von MyCle erzählt und angeboten, es für mich einzusetzen.
Frage: Was waren die Motivatoren/Auslöser?
Antwort: Neugierde, Vertrauen in den Anbieter von MyCle, Wunsch nach Unterstützung. Reizvoll war für mich, dass hier ein Produkt vorliegt, das in meinen Augen „Hilfe zur Selbsthilfe“ anbietet, man viel alleine arbeiten kann. Damit ist man zeit-, orts- und personenunabhängig und kann im eigenen Tempo, am eigenen Ort (an dem man sich vielleicht besonders wohl fühlt …) damit arbeiten.
Frage: Wie erging es dir mit MyCle? Was sind deine Erkenntnisse? Was konkret hat es dir gebracht?
Antwort: Ich musste mich erst einmal einfinden, brauchte den richtigen Ort, den richtigen Zeitpunkt und die nötige Ruhe, um den „Karton“ zu öffnen, die Dinge zu sortieren und einzusteigen. Einzelne Dinge waren für mich auch nicht sofort verständlich.
Ich habe mit Hilfe von MyCle (aber auch der sehr wertvollen zusätzlichen Begleitung durch eine Beraterin) einen Aufsatzpunkt gefunden. Er hat mich sachlich/strukturell, aber auch emotional in die Lage versetzt, meine verwirrte Position zu verlassen. Ich konnte strukturiert, konstruktiv mit Erfolgsansätzen nach vorne schauen und arbeiten.
Konkrete Ergebnisse (nach den einzelnen Prozessschritten gemäß MyCle) gab es einige.
- Den Brief zu schreiben, hat mich befreit. Er hat mir wichtige Dinge ins Bewusstsein geholt und war eine gute Grundlage, mit meinem Thema und dem Brief als „Plattform“ loslegen zu können.
- Die Auswertung des Briefes war hilfreich, die Dinge, die ja in einem Brief erfahrungsgemäß sehr persönlich und emotional sind, auf die Sachebene zu bringen und strukturiert bearbeiten zu können.
Es wäre mir allerdings sehr schwer gefallen, diese Auswertung allein durchzuführen. Deshalb hat es mir ungemein geholfen, mit Dir telefonieren zu können, um die Dinge zu sortieren. Du hast mir geholfen, Dinge zu verstehen, sie in eine Ordnung zu überführen und mit Hilfe der von MyCle vorgegebenen Kriterien zu ordnen.
- Ein Schlüsselkriterium war für mich der Punkt „Ressourcen“, zumal Du mir dabei geh
olfen hast, dies positiv zu sehen. Ich konnte einen Perspektivwechsel vornehmen.
In der gemeinsamen Aufbereitung mit Dir konnte ich erkennen, wie viele „positive“ Ressourcen ich habe – und zwar auf sehr vielen unterschiedlichen Ebenen, banal finanziell, aber auch in Form von Menschen, die für verschiedene Fragestellungen meine Helfer sind oder sein können.
Frage: Wo stehst du heute und was sind aktuelle Perspektiven?
Antwort: Ich habe auf einmal sehr viel Energie bekommen. Es gelang mir, an Hand von einzelnen Themen klarer zu denken und schrittweise wieder zu handeln. Beispielsweise habe ich in einer Bewerbung meine beruflichen W
ünsche in Worte fassen können – egal, ob die Bewerbung erfolgreich war oder sie mir nur dazu diente, mir über meine Vorstellungen klar zu werden.
Ich konnte inzwischen klar beantworten, dass ich selbständig bleiben will. Ich habe einen neuen Auftrag erhalten, bin dabei, Altlasten (vor allem finanziell) abzutragen und kann mich meiner Vergangenheit viel besser stellen – die Verantwortung dafür übernehmen und mich nach vorne ausrichten.
Dann hatte ich die Idee, MyCle mit einer Zielvereinbarung mit mir selbst zu koppeln. Das hat mir geholfen, die Sache emotionaler anzugehen und in meinem persönlichen Fall auch zielorientierter/konkreter.
Frage: Würdest du MyCle weiter empfehlen?
Antwort: Jederzeit; ich halte es allerdings für wichtig, im Sinne einer „Auftragsklärung“ zu schauen, wo der einzelne Nutzer gerade steht. Bezogen auf meine eigene Situation war ich emotional sehr angespannt. Wenn das geklärt ist und als Ressource zur Verfügung steht, halte ich MyCle für ein sehr gutes und wertvolles Produkt ….:-)
Bleibt festzuhalten:
- MyCle ist ein funktionierendes Do it Yourself-Produkt. Aber es gibt Situationen, aus denen man sich selber nur schwer befreien kann. Da hilft ein Impuls durch und das Gespräch mit einem anderen Menschen. Deshalb gibt es im geschaeftswarenladen ein ergänzendes Coaching-Angebot von sehr qualifizierten Leuten.
- Es ist immer wieder erstaunlich, wie aus einer Krisensituation eine sich selbst bewahrheitende Prophezeiung entsteht. Wenn ich geklärt habe, was ich will, trete ich ganz anders auf und nehme plötzlich wahr, was mir weiter hilft. Peter war nicht der erste, dem MyCle in dieser Weise weiter geholfen hat.
Wie haben Sie sich aus einer Krisensituation befreit? Wie sind Sie sich selber auf die Schliche gekommen?
* Wir haben uns erlaubt, den Namen zu ändern, da nicht jede Geschichte unbedingt persönlich zugeordnet sein muss und das Internet nur so schwer vergißt.
Über den Autor
Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.
Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er gemeinsam mit Steffen Moldenhauer als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.