MyCle in der Praxis – agile Strategieprozesse am 17.3.2017 ausprobieren

MyCle in der Praxis – agile Strategieprozesse am 17.3.2017 ausprobieren

Wenn unternehmerische Entscheidungen schwerfallen, dann liegt das normalerweise nicht daran, dass noch Informationen fehlen. Es ist in der Regel auch nicht allein das Risiko, zu scheitern. Meist verbergen sich hinter der anstehenden Entscheidung ungeklärte Fragen grundsätzlicherer Art – was und wohin ich mit meiner Unternehmung will, was ich für richtig halte, wie ich die Situation wahrnehme und wie das alles zusammenpasst.

Um Gewissheit zu erlangen, was jetzt die richtige Entscheidung ist, gilt es die Frage zu klären, die die Entwicklung stört, ähnlich wie Pflanzen für weiteres Wachstum genau der Nährstoff zugeführt werden muss, der fehlt.

Welche Frage das ist, finden Sie in der Arbeit mit MyCle heraus. Wie Sie sie beantworten auch. Es entsteht ein Entscheidungsrahmen, eine Art Kriterienkatalog, der bewusste rationale und unbewusste irrationale gemeinsam betrachtet und in ein Gleichgewicht bringt. Kopf und Bauch entscheiden gemeinsam das, was jetzt entscheid bar ist – was jetzt richtig ist und ausprobiert werden kann und soll.

Probieren Sie’s aus – im eintägigen MyCle Workshop der GABAL-Regionalgruppe Berlin-Brandenburg.

Termin: Donnerstag, 17. März 2017, 09:00-17:00 Uhr

Ort: stratum lounge, Boxhagener Str. 16, 10245 Berlin

Trainer: Dieter Bickenbach

Teilnahme: EUR 98,00

Bonus: Teilnehmer bekommen 30 % Rabatt beim Erwerb der MyCle-Toolbox (Normalpreis EUR 199,00)

Nähere Informationen und Anmeldung bei der GABAL-Regionalgruppe Berlin-Brandenburg

Sie werden falsch entscheiden, versprochen – besser Sie richten sich drauf ein

Sie werden falsch entscheiden, versprochen – besser Sie richten sich drauf ein

Türen

Es war falsch. Meine Entscheidung, in die GbR einzusteigen, kam mich langsam teuer zu stehen. Anstatt einer Verbesserung der Umsatzzahlen, zahlte ich drauf. Und dann war da auch noch der sehr seltsame Umgang meines Partners mit Geld. Wenn ich die Zeichen richtig deutete, stand er kurz vor der Privatinsolvenz. Wenn es dumm lief, würde ich für seine privaten Finanzaktionen mit einstehen müssen. Das Risiko wurde langsam zu groß.

Ich hatte voller Hoffnung und in der Gewissheit, das Richtige zu tun, eine falsche Entscheidung getroffen. Und diese Entscheidung hatte Konsequenzen. Zugegeben, existenzgefährdend war sie nicht, aber ausgesprochen unangenehm. Ich hatte ca. 20.000 € in den Sand gesetzt und musste eine Hoffnung begraben.

Konsequenzen1Genau darum geht es bei der Unsicherheit oder gar der Angst vor Entscheidungen. Fehlentscheidungen haben Konsequenzen. In der geschäftlichen Verantwortung beschränken sich die Konsequenzen in der Regel nicht nur auf mich allein. Sie treffen sehr schnell Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden, Investoren, die Umwelt und andere mehr. Vor diesem Hintergrund ist die Unvermeidbarkeit von Fehlentscheidungen nur schwer akzeptierbar und schwer auszuhalten. Es sein denn …

Eine Frage der Haltung

Im Kern geht es um meine Haltung mir selbst gegenüber. Ob ich Fehlentscheidungen aushalten und mit ihnen umgehen kann, hängt zunächst einmal daran, ob ich mir selber diese Fehler verzeihen kann. Kann ich das nicht, lasse ich die Erkenntnis eines Fehlers erst zu, wenn ich vor den Trümmern diese Entscheidung stehe. Ist mein Selbstbewusstsein ausreichend groß, kann ich meine Aktivitäten und Vorhaben und ihre Ergebnisse in Frage stellen.

Ist das erlernbar? Es spricht einiges dafür. Ist aber nicht ganz einfach. Was allerdings sicher ist: als Unternehmer brauche ich viel von dieser Haltung.

In dieser Haltung kann ich mich übrigens auch unterstützen lassen, durch mein Umfeld. Dafür braucht es eine Kultur des Vertrauens und der Fehlertoleranz, also eine Art gemeinsam vereinbarten Werte- oder Normen-Rahmen. Und der wiederum braucht Feedback, also Personen, die bereit sind Fehlverhalten anzusprechen und eigenes Verhalten infrage zu stellen. Auch das lässt sich entwickeln.

Eine Frage der TechnikUnvermeidbarkeit1

Vieles kann ich aber auch technisch, d.h. methodisch lösen. Die Frage dahinter: wie lässt sich das Risiko der Fehlentscheidung minimieren? Die Antwort: mithilfe von Tests. Wie das geht, ist für die Geschäftswelt inzwischen hinlänglich beschrieben. Ansätze wie Design Thinking, Scrum oder Lean Startup vergegenständlichen Hypothesen in Prototypen. Anschließend wird am lebenden Objekt „Kunde“ überprüft, ob die Hypothesen stimmen. Das Prinzip lässt sich auf viele andere Entscheidungen übertragen. Das Ausmaß möglicher Konsequenzen wird kleiner und Entscheidungen werden korrigierbar. Das hilft, die Unsicherheit zu verringern.

Fazit

Natürlich sind das nicht alle Aspekte, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Aber eines wird deutlich: unternehmerische Entscheidungen, ebenso wie der geschäftliche Umgang mit Fehlentscheidungen brauchen beide Seiten, die emotionale und die rationale, die Auseinandersetzung mit dem Selbst ebenso wie methodisches Know-how. Lasse ich eine Seite weg, brauche ich vor allem Glück, um ein Geschäft voranzutreiben. Nutze ich beide Seiten, gestalte ich meine Zukunft selber. Das meinen wir, wenn wir von Selbstermächtigung sprechen.

Wie gehen Sie mit sich selber um, wenn Sie sich bei einer Fehlentscheidung ertappt haben? Kennen Sie einen Weg, sich selbst Absolution zu erteilen, oder bezichtigen Sie sich selbst der Sünde der Fehlentscheidung? Die Wortwahl ist Absicht. Denn mit der Beichte hat die katholische Kirche einen genialen Mechanismus der (Selbst-)Entlastung geschaffen. Vielleicht hilft es bei der Verarbeitung von Fehlentscheidungen, sich selbst einen ähnlichen Mechanismus zu schaffen – und sei es nur das offene Gespräch mit einem vertrauten Menschen.

 

Über den Autor

Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.

Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.
Das Unerwartete geschieht – sicher!

Das Unerwartete geschieht – sicher!

Ereigniskarte_WettbewerberKopiert

Die Überraschung steht mir ins Gesicht geschrieben. Dabei hatten wir so viel Wert auf Geheimhaltung gelegt. Trotzdem steht sie vor mir. Die Maschine ist eine perfekte Kopie der unseren – bis zur Materialnummer des Gussteils. Und was das Furchtbarste ist: sie haben die Schwachstelle beseitigt und die Lösung patentiert.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären der Geschäftsführer eines mittelständischen Maschinenbauers. Ihr wichtigster Markt ist China, weshalb Sie sich selbstverständlich auf der asiatischen Leitmesse zeigen. Und dann das: ein chinesischer Wettbewerber hat ihr erfolgreichstes Stück Technik kopiert und sogar eine bekannte Schwachstelle ausgemerzt. Zusätzlich präsentiert die Firma die Maschine zu einem konkurrenzlos günstigen Preis. Erste Konsequenzen spüren Sie unmittelbar. Das Interesse an Ihrer Maschine nimmt bereits auf der Messe ab. Erhebliche Umsatzeinbußen sind absehbar.Das Unerwartete

Das ist nicht unbedingt die disruptive Innovation, kann aber so ähnlich in jeder anderen Branche auch geschehen:

  • die neue App des Wettbewerbers mit verbesserten Features und vereinfachter Benutzerführung,
  • das kreative Beratungskonzept, dem die finanzstarke Agentur ein neues Label aufklebt und unter eigenem Namen vermarktet usw. usf.

Oft sind es noch nicht einmal unbedingt Kopien. Manche Entwicklungen liegen einfach in der Luft und werden gerade an mehreren Stellen parallel voran getrieben.

Was würde passieren? Wären Sie in der Lage, eine solche Bedrohung zu meistern? Was würden Sie tun?

PrüfeRobustheitWir möchten Sie ermutigen, die Robustheit Ihres Unternehmens bzw. Ihrer (strategischen) Vorhaben mit Hilfe solch unerwarteter Ereignisse zu überprüfen. Sind Sie in der Lage gegenzusteuern? Nehmen Sie das Risiko in Kauf, weil es extrem unwahrscheinlich ist? Wie auch immer Ihre Reaktion ist, es lohnt, einen Gedanken darauf zu verschwenden.

Deshalb haben wir bei MyCle Ereigniskarten eingeführt. Sie sind eine ganz einfache Methode, das Unbekannte, das trotzdem geschehen kann, ins Bewusstsein zu holen. Es ist eine einfache Methode, sich der eigenen Handlungsfähigkeit und Ihrer Grenzen zu versichern.

In unserem Beispiel sind der Optionen einige. Wenn die eigene Entwicklungs-Pipeline gut gefüllt ist, kann mit weiteren Neuerungen gekontert werden. Vordergründig nicht so offensichtlich ist eine andere Option: das Aussitzen. Unser Mittelständler könnte darauf setzen, dass Montage und Service den Unterschied macht. Eine dritte Option könnte auf Marktwachstum setzen. Ich habe diese Situation in den Anfängen der Sharing Economy erlebt. Zwei Wettbewerber, die in einem lokalen Markt zunächst hart aufeinander losgehen wollten, profitierten schließlich beide von der Aufmerksamkeit, die sie nur gemeinsam erzeugen konnten. Natürlich sind auch Preissenkungen, Downsizing und viele weitere Reaktionen vorstellbar.

Stellt sich die Frage: Welche Option ist die Richtige? Die Antwort ist immer dieselbe: es hängt vom Kontext DasUnbekannteab. Anders gesagt: im Moment ist die Frage noch nicht relevant. Das Risiko ist noch nicht eingetreten. Im Moment ist wichtig, dass ich über Optionen nachgedacht habe, dass ich welche entdeckt habe und dass ich weiß, wie ich bei unerwarteten Ereignissen reagieren kann.

Welchen unerwarteten Ereignissen sind Sie begegnet? Wie sind Sie damit umgegangen? Schreiben Sie einen Kommentar.

Übrigens: das Beispiel ist im wirklichen Leben so ähnlich geschehen – wie so viele andere Ereignisse, die eigentlich gar nicht hätten auftreten dürfen.

 

Über den Autor

Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.

Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er gemeinsam mit Steffen Moldenhauer als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.