von Dieter Bickenbach | 02. Juni 2016 | Blog

Nachdem Peter M.* lange Jahre sehr erfolgreich als Personaler in einem Konzern gearbeitet hatte, wollte er sich selbständig machen. Er war erfahren. Er kannte sein Geschäft aus dem ff. Er hatte auch Rücklagen für die Anfangszeit gebildet. Da sollte es doch nicht so schwer sein, als freiberuflicher HR-Interim-Manager und Berater ins Geschäft zu kommen. Aber manchmal ist einfach der Wurm drin.
Es ging schief, was nur schief gehen konnte. Zu den Misserfolgen in der Auftragsakquisition gesellten sich bald Unsicherheit und Existenzangst. Die Abwärtsspirale setzte sich in Gang. Nach einigen Jahren drohte die Privatinsolvenz. Was nun?
Wie der Zufall es will, lief er einer der Co-Gründerinnen des geschaeftswarenladens, Elke Konieczek, über den Weg. Sie empfahl ihm, einen Versuch mit MyCle zu wagen. Angesichts seiner Situation war das allerdings schwierig. So richtig drauf einlassen konnte er sich zu Beginn nicht, brauchte ein wenig Anschubhilfe. Nachdem er jedoch einmal in Bewegung gekommen war, entwickelte sich erstaunliches. Am besten lassen wir ihn selber sprechen.
Frage: Wie kam es dazu, dass du MyCle genutzt hast?
Antwort: Ich war auf der Suche, wie es bei mir beruflich weitergehen sollte und habe mich mit unterschiedlichen Leuten ausgetauscht. Eine davon warst Du. Du hast mir von MyCle erzählt und angeboten, es für mich einzusetzen.
Frage: Was waren die Motivatoren/Auslöser?
Antwort: Neugierde, Vertrauen in den Anbieter von MyCle, Wunsch nach Unterstützung. Reizvoll war für mich, dass hier ein Produkt vorliegt, das in meinen Augen „Hilfe zur Selbsthilfe“ anbietet, man viel alleine arbeiten kann. Damit ist man zeit-, orts- und personenunabhängig und kann im eigenen Tempo, am eigenen Ort (an dem man sich vielleicht besonders wohl fühlt …) damit arbeiten.
Frage: Wie erging es dir mit MyCle? Was sind deine Erkenntnisse? Was konkret hat es dir gebracht?
Antwort: Ich musste mich erst einmal einfinden, brauchte den richtigen Ort, den richtigen Zeitpunkt und die nötige Ruhe, um den „Karton“ zu öffnen, die Dinge zu sortieren und einzusteigen. Einzelne Dinge waren für mich auch nicht sofort verständlich.
Ich habe mit Hilfe von MyCle (aber auch der sehr wertvollen zusätzlichen Begleitung durch eine Beraterin) einen Aufsatzpunkt gefunden. Er hat mich sachlich/strukturell, aber auch emotional in die Lage versetzt, meine verwirrte Position zu verlassen. Ich konnte strukturiert, konstruktiv mit Erfolgsansätzen nach vorne schauen und arbeiten.
Konkrete Ergebnisse (nach den einzelnen Prozessschritten gemäß MyCle) gab es einige.
- Den Brief zu schreiben, hat mich befreit. Er hat mir wichtige Dinge ins Bewusstsein geholt und war eine gute Grundlage, mit meinem Thema und dem Brief als „Plattform“ loslegen zu können.
- Die Auswertung des Briefes war hilfreich, die Dinge, die ja in einem Brief erfahrungsgemäß sehr persönlich und emotional sind, auf die Sachebene zu bringen und strukturiert bearbeiten zu können.
Es wäre mir allerdings sehr schwer gefallen, diese Auswertung allein durchzuführen. Deshalb hat es mir ungemein geholfen, mit Dir telefonieren zu können, um die Dinge zu sortieren. Du hast mir geholfen, Dinge zu verstehen, sie in eine Ordnung zu überführen und mit Hilfe der von MyCle vorgegebenen Kriterien zu ordnen.
- Ein Schlüsselkriterium war für mich der Punkt „Ressourcen“, zumal Du mir dabei geh
olfen hast, dies positiv zu sehen. Ich konnte einen Perspektivwechsel vornehmen.
In der gemeinsamen Aufbereitung mit Dir konnte ich erkennen, wie viele „positive“ Ressourcen ich habe – und zwar auf sehr vielen unterschiedlichen Ebenen, banal finanziell, aber auch in Form von Menschen, die für verschiedene Fragestellungen meine Helfer sind oder sein können.
Frage: Wo stehst du heute und was sind aktuelle Perspektiven?
Antwort: Ich habe auf einmal sehr viel Energie bekommen. Es gelang mir, an Hand von einzelnen Themen klarer zu denken und schrittweise wieder zu handeln. Beispielsweise habe ich in einer Bewerbung meine beruflichen W
ünsche in Worte fassen können – egal, ob die Bewerbung erfolgreich war oder sie mir nur dazu diente, mir über meine Vorstellungen klar zu werden.
Ich konnte inzwischen klar beantworten, dass ich selbständig bleiben will. Ich habe einen neuen Auftrag erhalten, bin dabei, Altlasten (vor allem finanziell) abzutragen und kann mich meiner Vergangenheit viel besser stellen – die Verantwortung dafür übernehmen und mich nach vorne ausrichten.
Dann hatte ich die Idee, MyCle mit einer Zielvereinbarung mit mir selbst zu koppeln. Das hat mir geholfen, die Sache emotionaler anzugehen und in meinem persönlichen Fall auch zielorientierter/konkreter.
Frage: Würdest du MyCle weiter empfehlen?
Antwort: Jederzeit; ich halte es allerdings für wichtig, im Sinne einer „Auftragsklärung“ zu schauen, wo der einzelne Nutzer gerade steht. Bezogen auf meine eigene Situation war ich emotional sehr angespannt. Wenn das geklärt ist und als Ressource zur Verfügung steht, halte ich MyCle für ein sehr gutes und wertvolles Produkt ….:-)
Bleibt festzuhalten:
- MyCle ist ein funktionierendes Do it Yourself-Produkt. Aber es gibt Situationen, aus denen man sich selber nur schwer befreien kann. Da hilft ein Impuls durch und das Gespräch mit einem anderen Menschen. Deshalb gibt es im geschaeftswarenladen ein ergänzendes Coaching-Angebot von sehr qualifizierten Leuten.
- Es ist immer wieder erstaunlich, wie aus einer Krisensituation eine sich selbst bewahrheitende Prophezeiung entsteht. Wenn ich geklärt habe, was ich will, trete ich ganz anders auf und nehme plötzlich wahr, was mir weiter hilft. Peter war nicht der erste, dem MyCle in dieser Weise weiter geholfen hat.
Wie haben Sie sich aus einer Krisensituation befreit? Wie sind Sie sich selber auf die Schliche gekommen?
* Wir haben uns erlaubt, den Namen zu ändern, da nicht jede Geschichte unbedingt persönlich zugeordnet sein muss und das Internet nur so schwer vergißt.
Über den Autor
Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.
Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er gemeinsam mit Steffen Moldenhauer als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.
von Dieter Bickenbach | 19. Mai 2016 | Blog

Die Überraschung steht mir ins Gesicht geschrieben. Dabei hatten wir so viel Wert auf Geheimhaltung gelegt. Trotzdem steht sie vor mir. Die Maschine ist eine perfekte Kopie der unseren – bis zur Materialnummer des Gussteils. Und was das Furchtbarste ist: sie haben die Schwachstelle beseitigt und die Lösung patentiert.
Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären der Geschäftsführer eines mittelständischen Maschinenbauers. Ihr wichtigster Markt ist China, weshalb Sie sich selbstverständlich auf der asiatischen Leitmesse zeigen. Und dann das: ein chinesischer Wettbewerber hat ihr erfolgreichstes Stück Technik kopiert und sogar eine bekannte Schwachstelle ausgemerzt. Zusätzlich präsentiert die Firma die Maschine zu einem konkurrenzlos günstigen Preis. Erste Konsequenzen spüren Sie unmittelbar. Das Interesse an Ihrer Maschine nimmt bereits auf der Messe ab. Erhebliche Umsatzeinbußen sind absehbar.
Das ist nicht unbedingt die disruptive Innovation, kann aber so ähnlich in jeder anderen Branche auch geschehen:
- die neue App des Wettbewerbers mit verbesserten Features und vereinfachter Benutzerführung,
- das kreative Beratungskonzept, dem die finanzstarke Agentur ein neues Label aufklebt und unter eigenem Namen vermarktet usw. usf.
Oft sind es noch nicht einmal unbedingt Kopien. Manche Entwicklungen liegen einfach in der Luft und werden gerade an mehreren Stellen parallel voran getrieben.
Was würde passieren? Wären Sie in der Lage, eine solche Bedrohung zu meistern? Was würden Sie tun?
Wir möchten Sie ermutigen, die Robustheit Ihres Unternehmens bzw. Ihrer (strategischen) Vorhaben mit Hilfe solch unerwarteter Ereignisse zu überprüfen. Sind Sie in der Lage gegenzusteuern? Nehmen Sie das Risiko in Kauf, weil es extrem unwahrscheinlich ist? Wie auch immer Ihre Reaktion ist, es lohnt, einen Gedanken darauf zu verschwenden.
Deshalb haben wir bei MyCle Ereigniskarten eingeführt. Sie sind eine ganz einfache Methode, das Unbekannte, das trotzdem geschehen kann, ins Bewusstsein zu holen. Es ist eine einfache Methode, sich der eigenen Handlungsfähigkeit und Ihrer Grenzen zu versichern.
In unserem Beispiel sind der Optionen einige. Wenn die eigene Entwicklungs-Pipeline gut gefüllt ist, kann mit weiteren Neuerungen gekontert werden. Vordergründig nicht so offensichtlich ist eine andere Option: das Aussitzen. Unser Mittelständler könnte darauf setzen, dass Montage und Service den Unterschied macht. Eine dritte Option könnte auf Marktwachstum setzen. Ich habe diese Situation in den Anfängen der Sharing Economy erlebt. Zwei Wettbewerber, die in einem lokalen Markt zunächst hart aufeinander losgehen wollten, profitierten schließlich beide von der Aufmerksamkeit, die sie nur gemeinsam erzeugen konnten. Natürlich sind auch Preissenkungen, Downsizing und viele weitere Reaktionen vorstellbar.
Stellt sich die Frage: Welche Option ist die Richtige? Die Antwort ist immer dieselbe: es hängt vom Kontext
ab. Anders gesagt: im Moment ist die Frage noch nicht relevant. Das Risiko ist noch nicht eingetreten. Im Moment ist wichtig, dass ich über Optionen nachgedacht habe, dass ich welche entdeckt habe und dass ich weiß, wie ich bei unerwarteten Ereignissen reagieren kann.
Welchen unerwarteten Ereignissen sind Sie begegnet? Wie sind Sie damit umgegangen? Schreiben Sie einen Kommentar.
Übrigens: das Beispiel ist im wirklichen Leben so ähnlich geschehen – wie so viele andere Ereignisse, die eigentlich gar nicht hätten auftreten dürfen.
Über den Autor
Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.
Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er gemeinsam mit Steffen Moldenhauer als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.
von Dieter Bickenbach | 11. April 2016 | Blog

Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit war MyCle endlich fertig. Die Tests mit ganz unterschiedlichen Kunden waren richtig gut gelaufen. Wir selbst hatten mit MyCle eine gemeinsame Vision entwickelt, Werte und Bedürfnisse abgeglichen und nebenbei eine Menge Energie für die weitere Arbeit aufgebaut. Der Prototyp sah toll aus. Er ließ sich vorzeigen und die Reaktionen waren ermutigend. Es gab sogar erste Vorbestellungen.
Jetzt ging‘s los. Die erste Kleinserie war fertigzustellen und zu verkaufen. Erste Gespräche mit Investoren weckten Hoffnung. Es gab viel zu tun. Also legten wir los.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Wenn Sie sich im Startup-Geschäft ein wenig auskennen, haben Sie vermutlich eine Menge ähnlicher Geschichten gehört, die so anfingen. Und vermutlich warten sie schon auf das „Aber dann …“. Kommt gleich. Aber (sic) wir bleiben nicht dabei.
Es stellte sich heraus, dass unser MyCle doch mehr Erklärung verlangt, als wir erwartet haben. Die Folge: es gab tolle Gespräche mit Interessenten und erste Verkaufserfolge, aber nicht im erhofften Umfang. Auch die Suche nach Investoren gestaltete sich schwieriger als erwartet. Wir mussten selbst erst lernen, wonach wir eigentlich suchen. Insgesamt liefen wir Gefahr, uns zu verzetteln. Kurzum, es war höchste Zeit, das Team aus den vier Ecken des deutschsprachigen Raums zusammenzuholen und unser eigenes Produkt, MyCle, wieder für uns selbst einzusetzen. In der Terminologie von MyCle heißt das, einen neuen Zyklus starten.
Wir haben zum zweiten Mal jeder einen Brief geschrieben und uns in einem intensiven Prozess mit deren Inhalt auseinandergesetzt. Nicht wirklich überraschend, aber doch sehr prägnant, hatte sich der Schwerpunkt unserer Briefe spürbar verändert. Während der Selbsttests in der Entwicklungsphase ging es vor allem um Werte und Bedürfnisse der handelnden Personen sowie um Vision und Sinn unseres gemeinsamen Projekts. Jetzt standen das Geschäftsmodell, die nicht ausreichenden Ressourcen und Erwartungen, die sich (noch) nicht erfüllt haben, im Mittelpunkt.
Auch das ist für Leute, die sich im Startup-Geschäft auskennen, mit Sicherheit nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich ist, wie wir damit umgegangen sind. Das Briefschreiben und die Beschreibung realistischer Ziele für die nächsten Schritte half bei der Frustbewältigung. Aus der Analyse der Briefe und der Gegenüberstellung von Ist- und Zielsituation mithilfe des MyCle-Radarcharts ergaben sich für die nächste Zeit drei Handlungsschwerpunkte fast unmittelbar. Ganz weit vorne ist die Fertigstellung der neuen Version 1.0 von MyCle für unseren ersten größeren Kunden, ein schweizerisches Weiterbildungsinstitut. Dazu gehört auch die Herstellung einer Trainer- / Moderatoren-Box mit spezifischen Materialien für die Arbeit mit Gruppen.
Das verweist zwangsläufig auf den Abverkauf der restlichen Exemplare unserer ersten Kleinserie (zweiter
Schwerpunkt), wozu wir kurzfristig neue, kreative Promotionsmöglichkeiten erschließen müssen (dritter Schwerpunkt). (Und da wir inzwischen gelernt haben, dass Promotion immer direkte Handlungsaufforderungen enthalten soll, hier nun der Aufruf: Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, eine Idee haben, wo wir MyCle präsentieren können, melden Sie sich. Vielen Dank dafür.) Eine Promo-Idee ist die Bereitstellung eines „Source Codes“ für registrierte Entwickler. Wer auf Basis von MyCle eigene Produkte entwickeln will, kann das unter bestimmten Bedingungen tun. (Und auch hier die Handlungsaufforderung: Interessenten bitte melden.) Alles andere muss vorerst zurückstehen, auch die Suche nach Investoren.
Das Beste aber kommt zum Schluss: Nach drei Tagen Workshop war bei uns wieder neue Energie da.
Bleibt festzuhalten:
- Der zweite Zyklus ist anders als der Erste. Das ist eigentlich logisch, weil sich zwischenzeitlich mit Sicherheit etwas verändert hat. Sich dieser Situation jedoch noch einmal bewusst zu werden, bringt weiter. Es gibt immer eine neue Situation und neue Schwerpunkte, die wieder neue Entscheidungen, neue Handlungsschwerpunkte und – nicht zuletzt – einen neuen Schub Energie brauchen.
- Im zweiten Zyklus wird überprüft, zugespitzt und im Bedarfsfall korrigiert und ergänzt. Das war die Absicht. Jetzt wissen wir, dass es genau so funktioniert.
- Wie beim ersten Mal fiel es uns auch jetzt wieder leicht, Entscheidungen zu treffen. Es lag einfach auf der Hand, wie es weiter gehen muss.
- MyCle-Workshops machen Spaß, sind spannend und haben gute Ergebnisse. Sie erzeugen Aufbruchsstimmung. Das haben wir bei allen unseren Testkunden und jetzt auch wieder am eigenen Leib erlebt – auch beim zweiten Mal.
Über den Autor
Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.
Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er gemeinsam mit Steffen Moldenhauer als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.
von Michael Hartschen | 07. April 2016 | Blog

Im Juli letzten Jahres erzählte ich hier von Gabi. Gabi fehlte eine Perspektive. Welche Ausbildung sollte sie machen? MyCle hat ihr geholfen, eine zu finden.
Gabi wollte damals mit MyCle drei Fragen beantworten:
- Was will ich zukünftig machen?
- Wie stelle ich mir meine Zukunft vor?
- Was soll in Zukunft alles geschehen?
Im Rückblick hat sie sich mit dem Brief aus der Zukunft eine eigene Basis gelegt – ganz intuitiv. Sie wusste nach der Arbeit mit MyCle, was sie will und was nicht. Im Juli war das noch Theorie. Und im Dezember 2015? Jetzt ist es Realität.
Es kam Schlag auf Schlag. Im September schrieb Gabi zehn Bewerbungen für Lehrstellen. In die Bewerbungen flossen sehr viel persönliche Energie und Fleiss. Sie hatte eine konkrete Vorstellung. Sie formulierte sehr genau, warum sie genau diese Lehrstelle haben möchte und warum sie die Richtige dafür ist. Und ja, sie war sehr aufgeregt. Sie fragte sich immer wieder: Habe ich die richtigen Unternehmen herausgesucht? Stimmt der Fokus in dem Brief aus der Zukunft wirklich? Kann ich das? Und wenn es mir doch nicht gefällt?
Ich konnte Gabi beruhigen: „Vertraue auf Dich! Es wird schon seinen Grund haben, warum Du dies in dem Brief so geschrieben hast. Eine kaufmännische Ausbildung mit Schwerpunkt Kommunikation ist genau das, was ein Funkeln in Deinen Augen ausgelöst hat.“
Zur Sicherheit bewarb sie sich auch noch auf andere Schwerpunkte. Es dauerte nur ein paar Tage, dann bekam sie schon den ersten Termin für ein Vorstellungsgespräch. Selbstverständlich für einen Ausbildungsplatz mit dem Schwerpunkt Kommunikation. Dann meldete sich ein zweites, drittes und viertes Unternehmen. Sogar einen Schnuppertag konnte sie absolvieren. „Wow, die sind alle so nett und freundlich. Und das sind genau die Themen, die mich interessieren“, sagte sie. Letztendlich konnte sie sich aussuchen, wo sie die Ausbildung beginnen wollte.
Sechs Wochen nach der Bewerbung unterschrieb sie einen Lehrvertrag für 2016. So wurde aus Theorie Praxis. Erste Massnahmen konnten umgesetzt werden und der Weg zur Erreichung des Zielbildes in der Zukunft ist geebnet.
Wenn ich heute frage, wie sie sich fühlt und ob sie glücklich ist, dann sehe ich ein strahlendes Gesicht und bekomme ein klares „Ja“. Genau so soll es sein.
Die Umsetzung ist ein Prozess
Sicherlich kann man sich fragen, was wäre passiert, wenn Gabi keinen Brief aus der Zukunft geschrieben hätte. Im Nachhinein ist das stets schwierig zu beschreiben. Ich vermute, wir hätten ewig lange diskutiert, was sie machen soll. Der Zweifel und die Unsicherheit hätte das Handeln dominiert. Letztendlich hätte sie sich irgendwo beworben. Bei den Vorstellungsgesprächen wäre sie unsicher gewesen. Die Argumentation, warum sie die Ausbildung unbedingt in diesem Unternehmen machen möchte, wäre sicherlich nicht so authentisch gewesen. Und es wäre ein ewiges Suchen und Hinterfragen aufgekommen, ob nicht doch noch etwas anderes, Besseres zu finden sei. Das raubt Energie und Nerven und mach
t alle unglücklich.
Heute kann man sagen, dass der ganze Weg ein Prozess war. Dieser ist noch nicht zu Ende. Er geht jedoch in die richtige Richtung. Und richtig ist immer das, was jemand persönlich als positiv und sinnvoll empfindet und zur Zufriedenheit führt. Das sind die besten Voraussetzungen für einen langfristigen Erfolg.
Was lernen wir daraus?
Häufig fehlt das Vertrauen in sich selbst. Wir werden auf Analytik und Klarheit getrimmt. Alles muss sofort und immer erklär- und herleitbar sein. Genau dieses Muster muss durchbrochen werden. In unserem Innersten wissen wir meist sehr gut, was uns guttut und was wir wollen. Es fehlen lediglich der Weg und das Hilfsmittel, dies an die Oberfläche zu bringen und die Essenz daraus zu erkennen. Genau diesen Schritt unterstützt MyCle mit seinem Vorgehen. Das schafft Klarheit, Transparenz und nachhaltiges Vertrauen. Daher möchte ich Ihnen Folgendes mitgeben:
- Folgen Sie nicht dem Wahn der ständig nachvollziehbaren und reproduzierbaren Analyse. Die Zukunft ist noch nicht bestimmt. Ihre Zukunft gestalten Sie über Ihr Handeln. Analysieren können Sie nur Ihre Vergangenheit.
- Legen Sie einfach los. Lassen Sie raus, was Ihnen gerade in den Sinn kommt. Es ist zu diesem Zeitpunkt richtig. Und was für Sie richtig ist, muss nicht unbedingt für andere gelten.
- Definieren Sie einfache, leicht verständliche erste Massnahmen. Beginnen Sie mit der Umsetzung von ersten Aktivitäten. Die anderen ergeben sich dann wie von selbst.
So wird aus Theorie Praxis.
Wichtig ist, sich auf den Weg zu machen. Am Anfang reicht die Richtung zur Orientierung völlig aus.
Machen Sie Ihre Gedanken frei
Für den richtigen Start möchte ich Ihnen noch einen kleinen Tipp geben. Es kann vorkommen, dass wir zu Beginn eine Blockade haben, die wir lösen müssen. Dann gehen Sie wie folgt vor:
- Nehmen Sie sich einen Stift und ein weisses Blatt Papier.
- Setzen Sie sich an einen Tisch.
- Notieren Sie nun auf dem Blatt Papier alle Begriffe, Eigenschaften oder einfach Worte, die Ihnen gerade im Kopf herumschwirren oder was Sie gerade mit den Augen anschauen. Es ist eine Sammlung von losen Wörtern. Schreiben Sie einfach drauf los.
- Das könnte dann wie folgt aussehen: Tisch braun Füsse Chrom hell Lampe Rasen grün Licht Gedanken weiss Tier Bär Augen braun weiss nicht Gedanken Blatt Stift usw. Schreiben Sie einfach drauf los.
- Nach rund fünf Minuten legen Sie den Stift und das Blatt auf die Seite. Sie können es auch zusammenfalten, wenn Sie möchten.
Ihre Gedanken sind nun frei. Sie können mit dem ersten Schritt in der MyCle-Box beginnen.
Viel Erfolg.
Über den Autor
Dr. Michael Hartschen ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens, Innovationsfachmann und Querdenker.
Als gelernter Maschinenbau-Ingenieur hat er sich der Innovation und der Einfachheit verschrieben – eine Qualität, die einem Do-it-Yourself-Ansatz mehr als zuträglich ist.
von Dieter Bickenbach | 07. April 2016 | Blog

Damit hatten sie nicht gerechnet. Das Digital Lab von Volkswagen war von Anfang an innovativ unterwegs. Das war ja schließlich auch der Auftrag. Dass ausgerechnet diese Innovation eine solche Welle erzeugen sollte, war allerdings nicht absehbar. Dabei hatten sie in ihren neuen Räumen in Berlin nur einen gemeinsamen Wertekatalog und eine gemeinsamen Vision erarbeitet. Und sie haben darüber gesprochen, mit den Kollegen und ihren Chefs. Sie haben erzählt, wie schnell sie mit einfachsten Mitteln zu genau den Ergebnissen gekommen sind, die sie sich gewünscht haben. Das hat Aufmerksamkeit erregt. Dann kam jemand auf eine naheliegende Idee.
Frisch installiert wollte die Leitung des Digital Labs in Berlin auch nach innen von Anfang Zeichen setzen. Sie hatten den Auftrag bekommen, wie ein Startup zu agieren und wollten das auch tun. Deshalb versammelte sich eine kleine Gruppe von 5 Personen und beschrieb gemeinsam, was kulturell und visionär anders sein und werden sollte.
Sie haben Briefe „zurück aus der Zukunft“ geschrieben, die Inhalte analysiert und schnell erkannt, welche gemeinsamen Werte und Bedürfnisse sie verbinden. Sehr spannend war die Diskussion über ihre Vision. Denn hier flossen Einschätzungen über die Entwicklung der Mobilität und die Bedeutung der Software-Entwicklung in diesem Prozess ein. Am Ende des zweitägigen Workshops stand der Wertekatalog und die Vision war formuliert. Und fast nebenbei war deutlich geworden, was als nächstes passieren musste. Das Ergebnis hat sie überrascht, weil sie in der Vergangenheit andere Erfahrungen gemacht hatten: viele Workshops mit schönen Worten und wenig alltagstauglichen Ergebnissen. Genau davon haben sie erzählt.
Und dann hatte Anfang 2016 jemand eine Idee: „Lasst uns den Abgas-Skandal nutzen. Wir haben jetzt die Chance, einige wesentliche Probleme anzufassen. Wir brauchen schnellere Prozesse mit hoher Stabilität und Reproduzierbarkeit. Wir brauchen Persönlichkeiten, die führen – die es wagen, Fehler zu machen und daraus lernen. Und wir haben Manager, die über lange Jahre gelernt haben, mit dem Dilemma einer Fehler-intoleranten Führungskultur einerseits und einem Konsens-orientierten Anspruch gegenüber Mitarbeitern und Gewerkschaften klar zu kommen. Wir brauchen Führung, nicht Management. Das bedeutet ein verändertes Verhalten. Wie kriegen wir das hin?“
In einem IT-Umfeld lag die Antwort fast auf der Hand: „Wir müssen auch hier mit agilen Methoden arbeiten. Wir brauchen eine gemeinsame Perspektive und die Konzentration auf den jeweils nächsten Schritt.“ Die gemeinsame Perspektive sollte den Rahmen schaffen und die Orientierung bieten, die Entscheidungen in Unsicherheit – eine der Kernaufgaben von Führung – möglich machen. Die Konzentration auf den nächsten Schritt war wichtig, um überzogene Planungs- und Abstimmungsaktivitäten zu vermeiden und schnell erste Resultate zu erzeugen. Sollten unerwartete Hindernisse auftauchen, böte die gemeinsame Perspektive die Möglichkeit sich immer wieder neu auszurichten.
Jemand erinnerte sich, dass die Kollegen des Digital Labs genau davon erzählt haben. Sie haben eine Perspektive geschaffen und sich auf den nächsten Schritt konzentriert. „Wie haben die das gemacht? Kann uns die Methode weiter helfen?“
Das war der Moment, an dem MyCle und der geschaeftswarenladen ins Spiel kam. Natürlich konnten wir.
Eine Hauptabteilung wurde als Pilot definiert. In einer Workshop-Reihe arbeiteten über alle Hierarchieebenen jeweils der Chef mit seinen direkt Berichtenden zwei Tage mit MyCle. Sie definierten den real existierenden gemeinsamen Werterahmen für ihren Verantwortungsbereich. Sie wurden sich ihrer eigenen Bedürfnisse bewusst und entwickelten ein neues Verständnis füreinander. Sie formulierten nicht nur eine Vision sondern beantworteten auch die Sinnfrage über den rein funktionalen und ökonomischen Rahmen hinaus. Es entstanden Orientierungsmarken, von denen die Mitarbeiter später sagten, sie wären für die täglichen Entscheidungen extrem hilfreich. Und nicht zuletzt klärte sich fast von allein, was konkret in nächster Zeit anstand. Weil klar war, welche Bedeutung das hatte und wer dafür verantwortlich war, musste nicht lange danach gesucht werden, wer das – jetzt auch noch – erledigen sollte.
Als nächstes soll die Workshop-Reihe auf die gesamte Konzern-IT erweitert werden. Und auch Audi ist schon hellhörig geworden.
Über den Autor
Dieter Bickenbach ist Mitgründer und Gesellschafter des geschaeftswarenladens und Initiator der Idee, den Berater überflüssig zu machen.
Als gelernter Politologe und seit 1990 in beratenden Berufen tätig, ist er gemeinsam mit Steffen Moldenhauer als Geschäftsführer des Geschäftswarenladens für den Überblick und das Ganze und für das Vorankommen zuständig.